Ärzte Zeitung, 23.02.2010

Kommentar

Gesundheit - da gibt es viele Töpfe

Von Michael Hubert

Viele Medien heulen und klagen, wenn es um steigende Arzneikosten geht. Bevor jedoch vorschnell im Chor der Pharmakritiker mitgesungen wird, sollte besser die Brille geputzt werden und der Blick aufs große Ganze gehen.

Denn oft führt eine teure Arzneitherapie an anderer Stelle zu Einsparungen, etwa bei der Arbeitsunfähigkeit. Biologicals in der Therapie bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sind so ein Beispiel. Klar, die Jahrestherapiekosten liegen im fünfstelligen Bereich. Aber: Die Arzneien haben zu einer deutlich geringeren Krankheitslast beigetragen.

Aus einer Reihe von Studien ist belegt: Effektiv therapierte Patienten haben weniger AU-Tage, müssen nicht so oft ins Krankenhaus und wenn, dann für weniger Tage. Und: Die Zahl der Frühverrentungen ist rückläufig. Daten der deutschen Rheuma-Kerndokumentation bestätigen dies. Das alles ist doppelt gut: für die Patienten und für die Volkswirtschaft.

Doch im Gesundheitswesen gibt es viele Kochtöpfe und die stehen auf unterschiedlichen Herden: Die GKV hat nichts von weniger Frühverrentungen, zahlt aber die Arzneitherapien. Darum muss bei Kosten-Nutzen-Analysen immer das Ganze betrachtet werden! Sonst rührt auch künftig nur jeder in seinem eigenen Topf.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Die Rheumatherapie mit Biologicals ist auf den zweiten Blick gar nicht so teuer

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