Direkt zum Inhaltsbereich

Neue Strategie gegen Rheumatoide Arthritis

Nach den Antikörpern könnte es in der Rheumatherapie bald eine zweite Welle an neuen Substanzen geben: die small molecules.

Von Wiebke Kathmann Veröffentlicht:
Wenn die Hände durch Rheuma weniger beweglich werden, sind Alltagsarbeiten erschwert.

Wenn die Hände durch Rheuma weniger beweglich werden, sind Alltagsarbeiten erschwert.

© imagebroker / imago

ROM. Biologicals haben die Therapie bei Rheumatoider Arthritis (RA) einen großen Schritt weitergebracht. Neue nicht-biologische DMARD (Disease Modifying Anti-Rheumatic Drugs) hat es dagegen seit zehn Jahren nicht mehr gegeben.

Das könnte sich bald ändern. Ein Forschungsinteresse richtet sich auf kleine Moleküle (small molecules), die oral verabreicht werden können. Eine schon relativ gut untersuchte Substanz ist der hochselektive Janus-Kinase (JAK)-Hemmer Tasocitinib. Janus-Kinasen spielen gemeinsam mit Signal Transducers and Activators of Transcription (STATS) eine wichtige Rolle in entzündlichen Signalkaskaden. Tasocitinib hemmt die Aktivierung der JAKs, und damit wird die Entzündungskaskade abgeschwächt.

Vorläufige Daten - unter anderen von Patienten mit RA und Psoriasis - sprechen für eine gute Wirksamkeit. Die Substanz weist eine relativ kurze Halbwertszeit von 2 bis 5 Stunden auf. Die Daten wurden beim EULAR 2010 in Rom vorgestellt. In einer Phase-II-Studie über 24 Wochen mit Patienten mit aktiver RA, die nicht auf DMARD angesprochen hatten, konnte ein signifikanter Effekt für Tasocitinib als Monotherapie nachgewiesen werden. Die ACR20-Ansprechrate lag je nach Dosierung bei bis zu 67 Prozent; unter Placebo wurde dies bei nur 25 Prozent der Patienten erreicht.

In der Kombination mit Methotrexat ergaben sich ähnliche Ansprechraten. Unter zweimal täglich 3, 10 oder 15 mg oder einmal täglich 20 mg Tasocitinib zusätzlich zu einer stabilen Dosis Methotrexat wurde bei bis zu 59 Prozent der Patienten eine 20-prozentige Verbesserung erzielt. In der Placebogruppe galt dies in dieser zweiten 24-Wochen-Studie für 35 Prozent der RA-Patienten.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Tab. 1: Ansprechen untersucht in unabhängigen radiologischen Reviews nach RECIST-v1.1-Kriterien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [13]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Diagnose und Therapie erfordern orthopädische und onkologische Expertise

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Veränderung gegenüber dem Ausgangswert im WOMAC-Gesamtscore (a) und im VAS-Schmerz (b) nach zwei Monaten und im weiteren Verlauf

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Osteoarthrose

Aktuelle Evidenz zur Wirksamkeit der intraartikulären Hyaluronsäure

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Recordati Pharma GmbH, Ulm
Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

© Springer Medizin Verlag

Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: medac GmbH, Wedel
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Interview

EU AI Act: Was die neuen Transparenzpflichten für Praxen bedeuten

Kongress in Chicago

Herzkongress AHA 2026: Diese Studien könnten die Praxis verändern

Vergleich der Kreise

Wo MRSA-Infektionen besonders häufig sind

Lesetipps