Rheuma

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Modul: Reaktive Arthritis: Pathogenese – Diagnose – Therapie

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Ärzte Zeitung, 23.09.2010

Frühe und effektive Therapie erhält Rheumatikern die Arbeitsfähigkeit

Frühe und effektive Therapie erhält Rheumatikern die Arbeitsfähigkeit

Rheumapatienten fühlen sich genauso stark belastet wie Krebskranke - auch beruflich. Eine effektive Therapie kann die Arbeitsfähigkeit von Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen erhalten. Wichtig ist ein frühzeitiger Therapiebeginn.

Von Uwe Groenewold

HAMBURG. Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) fühlen sich durch ihre Erkrankung genauso stark beeinträchtigt wie Tumorpatienten. Das hat Professor Ulf Müller-Ladner, Rheumatologe der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim, nach Auswertung von Betroffenen-Fragebögen festgestellt.

Patienten kämpfen gegen Verlust des Arbeitsplatzes

Neben schweren gesundheitlichen Problemen haben Patienten mit aggressiven entzündlichen Erkrankungen vor allem mit dem Verlust des Arbeitsplatzes und der sozialen Isolation zu kämpfen, sagte Müller-Ladner beim 38. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie in Hamburg. Bereits im ersten Jahr nach Diagnosestellung verlieren bis zu 20 Prozent der Betroffenen ihre Arbeitsfähigkeit. In den ersten zehn Jahren sind es bis zu 50 Prozent, nach 30 Jahren RA können neun von zehn Patienten nicht mehr arbeiten. "Galt es bislang als unvermeidlich, über kurz oder lang aufgrund der Rheumaerkrankung arbeitsunfähig zu werden, sind Erhalt oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit heute dank deutlich verbesserter medikamentöser Interventionen ein ganz wichtiges Therapieziel der Rheumabehandlung geworden", sagte Müller-Ladner bei einer von UCB ausgerichteten Veranstaltung.

Im Rahmen der so genannten RAPID-Studien (Rheumatoid Arthritis Prevention of Structural Damage), in denen mehr als 1600 RA-Patienten den TNFα-Blocker Certolizumab Pegol (Cimzia®) in Kombination mit Methotrexat (MTX) erhielten, wurden die Betroffenen auch zum Krankheitsverlauf und zu ihrer Lebenssituation befragt. In den so genannten Patient-reported Outcomes (PRO) wurde deutlich, dass sich bereits nach dreimonatiger Behandlung Verbesserungen in allen Parametern wie psychisches Wohlbefinden und allgemeine Gesundheitswahrnehmung zeigten. Nach 100 Wochen näherten sich die Werte denen der Normalbevölkerung, angepasst an Alter und Geschlecht.

Mit Biological nur noch ein Viertel der Fehltage

Auch die Teilnahme am Arbeitsleben hatte sich unter Therapie mit dem pegylierten TNFα-Hemmer signifikant verbessert: Nach 52 Wochen wiesen Patienten unter Placebo plus MTX durchschnittlich 4,5 Fehltage pro Monat auf, unter Certolizumab plus MTX war es nur ein Fehltag.

Müller-Ladner wies in diesem Zusammenhang auf einen raschen Therapiebeginn hin: "Ein zerstörtes Gelenk ist unwiderruflich kaputt; jedes erhaltene dagegen eine Investition in die Zukunft." Eine entzündete Hand sei eventuell nicht weiter schlimm, wenn sie behandelt wird. "Ist aber das Gelenk zerstört und der Betroffene kann die PC-Maus nicht mehr bewegen, ist der Arbeitsplatz weg."

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