Direkt zum Inhaltsbereich

Für den Erfolg der Akupunktur ist die positive Kommunikation entscheidend

Über Akupunktur wird immer wieder diskutiert. Hat sie nun eine physiologische Wirkung oder ist es doch nur ein Placeboeffekt?

Veröffentlicht:
Nadeln lindert Schmerzen bei Gonarthrose.

Nadeln lindert Schmerzen bei Gonarthrose.

© M. Tactic / fotolia.com

WIESBADEN (hub). Akupunktur lindert Gonarthroseschmerzen, das ist bekannt. Doch wie soll genadelt werden? Nach TCM oder irgendwie? Das ist vollkommen egal! Entscheidend ist vielmehr die Kommunikation. Böse Zungen haben schon immer behauptet, der entscheidende analgetische Effekt der Akupunktur beruhe auf der verbalen Interaktion von Behandler und Patient.

Schließlich wirkt die Akupunktur gleich gut, egal ob eine TCM- oder Sham-Akupunktur erfolgt.

In einer verblindeten Studie (Arthritis Care Res 2010; 62: 1229) wurden jetzt rund 450 Arthrose-Patienten nach TCM oder Sham genadelt. Dabei dachten 52 und 43 Prozent in den beiden Gruppen, sie hätten TCM-Akupunktur erhalten. "Die Verblindung ist also gelungen", sagte der Rheumatologe Professor Christoph Baerwald aus Leipzig beim von Abbott unterstützten Rheuma Update in Wiesbaden.

Das Entscheidende in der Studie: Es wurden je zwei weitere Gruppen gebildet. Eine mit hohen Erwartungen an die Effektivität der Behandlung. Hier sagte der Akupunkteur etwa "ich denke das wird ihnen helfen" oder "ich hatte häufiger Erfolg bei der Behandlung von Knieschmerzen damit" oder "den meisten meiner Patienten ging es danach besser".

 In der anderen Gruppe wurde eine neutrale Erwartung an die Effektivität kommuniziert, etwa "es kann sein, dass es hilft, es kann jedoch auch sein, dass es nicht hilft" oder "es hängt im Prinzip von dem Patienten ab" oder "wir sind unsicher, ob es wirkt, deswegen führen wir die Studie durch".

Die Ergebnisse waren eindeutig, so Baerwald: Mit positiver Kommunikation des Erfolges kam es zu deutlich stärkerer Schmerzlinderung als wenn neutral kommuniziert wurde. Und: Die Schmerzlinderung war in der TCM- und in der Sham-Gruppe gleich hoch.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Informationskampagne

Wartezimmerplakate bieten Rheuma-Wissen to go

Differenzialdiagnostik bei Enthesiopathie

Wann Sehnenbeschwerden wahrscheinlich rheumatisch bedingt sind

Deutsche Real-World-Analyse

Frakturdiagnostik: Noch kann‘s Kollege KI nicht allein

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Update der S3-Leitlinie

Neue Empfehlung in der Sepsis-Therapie

Lesetipps
Apixaban, ein orales Antikoagulans zur Behandlung und Vorbeugung von Blutgerinnseln sowie zur Vorbeugung von Schlaganfällen bei Vorhofflimmern.

© Soni's / stock.adobe.com

Vergleich bei dreimonatiger Therapie-Zeit

Apixaban vs. Rivaroxaban: Welches DOAK hat das geringere Blutungsrisiko?