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Moderne Rheuma-Mittel lindern Uveitis

Bei Rheuma-Kranken mit Uveitis lindern TNF-alpha- Blocker auch die Augenkrankheit. Ophthalmologen nutzen sie schon bei Uveitis-Patienten ohne Rheuma.

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Augenhintergrund eines Gesunden. Bei Uveitis ist die Gewebeschicht zwischen Lederhaut und Netzhaut entzündet.

Augenhintergrund eines Gesunden. Bei Uveitis ist die Gewebeschicht zwischen Lederhaut und Netzhaut entzündet.

© Tim Mainiero / shutterstock

MÜNCHEN (eb). Etwa 400 000 Menschen in Deutschland sind an einer Uveitis erkrankt. Für sie könnten sich TNF-alpha-Blocker zur Therapie eignen, teilt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) mit.

Die Uvea verläuft als mittlere Gewebeschicht zwischen umgebender Lederhaut und Netzhaut und versorgt diese mit Blut und Nährstoffen. Eine Entzündung der Uvea ist die zweithäufigste Ursache für Erblindungen bei Menschen im erwerbstätigen Alter in Deutschland, erinnert die DOG. "Warum Menschen an einer Uveitis erkranken, ist leider in vielen Fällen noch unklar", erläutert DOG-Sprecher Professor Christian Ohrloff aus Frankfurt. Außer Infektionen durch Viren, Pilze oder Bakterien sind häufig Erkrankungen der körpereigenen Abwehr die Ursache.

Bei Menschen mit Rheuma, die auch eine Uveitis haben, lindern die TNF-Blocker auch die Augenkrankheit, berichtet Professor Uwe Pleyer, Oberarzt an der Berliner Charité in der Mitteilung. Einige Augenärzte wenden deshalb die Medikamente auch schon bei Uveitis-Patienten ohne Rheuma an. Gute Erfahrungen habe man bei Morbus Behçet gemacht, einer Autoimmunerkrankung, die Haut und Augen in Mitleidenschaft zieht. "Infliximab, einer der fünf derzeit zugelassenen TNF-Blocker gegen Rheuma, war sogar der ophthalmologischen Standardbehandlung mit Ciclosporin A überlegen", so Pleyer.

Infliximab ist ebenso wie Etanercept, Adalimumab, Golimumab und Certolizumab aber noch nicht zur Anwendung bei Uveitis zugelassen; es handelt sich also um eine Off-label-Anwendung.

Eine sichere Behandlung erhofft sich die DOG von einem neuen TNF-Blocker, der bei äußerlicher Anwendung als Augentropfen am entzündeten Auge wirken könnte. Erste Studien haben ergeben, dass der Wirkstoff in die Uvea eindringt.

Quelle: Pleyer, Mackensen, Winterhalter, Stübiger: Anti-TNF-Therapie bei Uveitis; Der Ophthalmologe 2011; 108:13.

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