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"Es gibt viel zu wenige Rheumatologen"

621 niedergelassene internistische Rheumatologen gab es Ende 2008 in Deutschland, dabei würden eigentlich1350 Kollegen benötigt, kritisiert die Rheumaliga.

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Professor Erika Gromnica-Ihle, Präsidentin Deutsche Rheuma Liga

Professor Erika Gromnica-Ihle, Präsidentin Deutsche Rheuma Liga

© Rheuma-Liga

MÜNCHEN (sto). Fortschritte in der Rheumatologie kommen bei vielen Patienten nicht an. Der Grund: Es gibt in Deutschland viel zu wenige Rheumatologen, so die Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga Professor Erika Gromnica-Ihle.

Selbst in einer Stadt wie München, die zu den am besten versorgten Städten gehört, gebe es nur elf niedergelassene internistische Rheumatologen. Nötig wären mindestens 28 Fachärzte, sagte Gromnica-Ihle gestern bei einer Pressekonferenz zum 39. Rheumakongress, der am kommenden Mittwoch in der bayerischen Landeshauptstadt beginnt.

Nach einem Memorandum der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) müsste es deutschlandweit für jeweils 50 000 erwachsene Einwohner einen Rheumatologen geben, also insgesamt 1350, erläuterte Gromnica-Ihle. Tatsächlich gebe es mit Stand Ende 2008 aber nur 621 niedergelassene internistische Rheumatologen. "Die Unterversorgung ist eklatant", sagte sie.

Dank der modernen Medikamente sei es heute möglich, das Fortschreiten entzündlich-rheumatischer Erkrankungen und die damit einhergehenden Knorpel-, Knochen und Gelenkzerstörungen zu verhindern, erklärte DGRh-Kongresspräsident Professor Hendrik Schulze-Koops.

Voraussetzung dafür sei jedoch eine möglichst frühe Diagnose durch einen Rheumatologen. Patienten mit einer Entzündung in mindestens zwei Gelenken sollten idealerweise innerhalb der ersten sechs Wochen nach Beginn der Symptome von einem Spezialisten gesehen werden, betonte Schulze-Koops.

In den Fällen, in denen das Fortschreiten der Gelenkzerstörung nicht verhindert werden kann, könne den Betroffenen mit einer frühzeitigen Operation dennoch viel Leid erspart werden, berichtete Dr. Stephan Schill, Kongresspräsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh). Ziel sei es, frühzeitig entzündlich veränderte Gelenkschleimhaut zu entfernen, bevor es zu dauerhaften Schäden an Gelenken und Weichteilen kommt, so Schill.

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