Ärzte Zeitung, 22.02.2012

Wenn die RA aktiv ist, treten gehäuft Infekte auf

LOS ANGELES (bs). Je aktiver eine RA, um so größer das Infektionsrisiko, haben Forscher aus Los Angeles mit dem CORRONA-Register ermittelt (Consortium of Rheumatology Researchers of North America).

Um Effekte der Medikation auszuschließen, berücksichtigten sie nur Patienten, deren Therapie seit mindestens sechs Monaten stabil war. Bei 6 242 Teilnehmern erfassten sie in durchschnittlich 1,2 Jahren 2 282 Infektionen, meist Atemwegs- und Harnwegsinfekte und Sinusitiden (Ann Rheum Dis 2011; 70: 785-91).

Ergebnis: Pro 0,6 Einheiten mehr im DAS28 (Disease Activity Score 28) nahmen ambulant behandelte Infektionen um 4 Prozent, stationär behandelte um 25 Prozent zu. Im CDAI (Clinical Disease Activity Index) entsprach bis zu einem Wert von 10 ein Anstieg um 5 Einheiten einer Zunahme ambulanter Infektionen um 14 Prozent.

Ein mehr als 6-fach erhöhtes Risiko für Infektionen, die eine stationäre Therapie erforderten, hatten Patienten, die täglich mehr als 7,5 mg Prednison nahmen. Mit TNF-Hemmern und Methotrexat waren ambulant behandelbare Infektionen vermehrt.

Die Studie bestätige eigene jahrelange Erfahrung, schreibt Prim. Dr. Thomas Ramsauer aus Oberndorf in einem Kommentar (Orthopädie & Rheuma 2011; 14 (11-12): 20). RA-Patienten schirme man daher perioperativ antibiotisch ab und beginne bei Entzündungszeichen rasch eine gezielte Antibiose.

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