Rheuma

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Modul: Reaktive Arthritis: Pathogenese – Diagnose – Therapie

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Ärzte Zeitung online, 27.12.2013

20 Jahre im Vergleich

Arthritis-Patienten geht es heute viel besser

Der Umgang mit rheumatoider Arthritis (RA) hat sich in den vergangenen 20 Jahren stark gewandelt. Patienten sind heute in einer deutlich besseren körperlichen und seelischen Verfassung, berichten niederländische Rheumatologen.

UTRECHT. In der Rheumamedizin früherer Jahrzehnte lag ein Schwerpunkt auf intensivierter Therapie bei Exazerbationen. Den Patienten rieten die Ärzte, sich körperlich zu schonen.

Heute hingegen wird bei RA - zumindest in den reichen Ländern - früh und intensiv behandelt, mit Kombinationstherapie, Biologika, engmaschiger Kontrolle und definierten Zielen. Um ihr Wohlbefinden zu steigern, werden die Patienten ermutigt, sich weniger einzuschränken.

Anscheinend ist die geänderte Strategie erfolgreich. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie hervor, die ein Forscherteam um Cécile Overman von der Universität Utrecht vorgelegt hat.

Overman und Kollegen hatten von 1990 bis 2011 jährlich rund 50 Patienten zum Zeitpunkt von deren RA-Diagnose und regelmäßig während der folgenden fünf Jahre untersucht sowie nach ihrem Befinden befragt (Arthritis Care Res 2013, online 3. Dezember).

In den ersten Jahren der Studie von 1990 bis 1994 wiesen 64 Prozent der RA-Patienten zum Diagnosezeitpunkt körperliche Einschränkungen auf. 34 Prozent waren von Angstgefühlen geplagt, 43 Prozent waren depressiv gestimmt. In den Jahren 2004 bis 2008 waren die Prozentzahlen auf 60 Prozent (Behinderungen), 21 Prozent (Angst) und 32 Prozent (Depressionen) gesunken.

In den ersten abschließenden Follow-up-Untersuchungen der 1990 bis 1994 in die Studie aufgenommenen Patienten, die 1994 bis 1998 stattfanden, lagen die Anteile bei 53, 23 und 25 Prozent. Die Tests in den Jahren 2007 bis 2011 ergaben demgegenüber Quoten von 31, 12 und 14 Prozent.

Die Verbesserungen in den Follow-up-Untersuchungen lassen sich nach Ansicht der Wissenschaftler zumindest teilweise auf die Fortschritte in der medikamentösen und nicht-medikamentösen Therapie zurückführen.

Vor allem gilt das hinsichtlich der deutlich geringeren Zahl von körperlich eingeschränkten Patienten. Nicht unwahrscheinlich, dass dieser Umstand auch zu den Aufhellungen des psychischen Zustands der Patienten beigetragen hat. Statistisch belegen lässt sich die kausale Verbindung nicht.

Ohnehin stellte sich die Lage der Patienten in späteren Jahren bereits bei Diagnose günstiger dar; ein Effekt der Therapie ist hier ausgeschlossen. Hier greift wahrscheinlich der Trend zu effektiverer Frühdiagnostik, was auch das über die Jahre gesunkene Alter der frisch diagnostizierten Patienten nahelegt.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass vor 20 Jahren jeder zweite RA-Patient vier Jahre nach der Diagnose körperlich behindert war. Nunmehr trifft dieses Schicksal noch jeden Dritten.

Der Anteil deprimierter und ängstlicher Patienten ist um die Hälfte gesunken. Overmans Fazit: "Die Resultate zeigen, dass Patienten mit RA heutzutage bessere Chancen haben, ein lebenswertes Leben zu führen, als noch vor 20 Jahren." (rb)

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