Rheuma

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Modul: Reaktive Arthritis: Pathogenese – Diagnose – Therapie

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Ärzte Zeitung online, 26.02.2014

Arthritis

Kapillaroskopie erkennt Rheuma oder Psoriasis

Sind typische psoriatische Hautzeichen nur spärlich vorhanden, ist es schwierig, die entzündlichen Gelenkveränderungen einer Psoriasis-Arthritis (PsA) von jenen einer rheumatoiden Arthritis (RA) zu unterscheiden. Die Kapillaroskopie könnte hier weiterhelfen.

ROM. Es gibt keine Labortests, mit der sich eine PsA sicher erkennen ließe. Knifflig wird die Differenzialdiagnose besonders dann, wenn Patienten keine ausgeprägten Psoriasiseffloreszenzen aufweisen und die Gelenkbeteiligung den Befunden bei RA ähnelt.

Nicht einmal der Nachweis von Antikörpern gegen citrullinierte Proteine sorgt für Gewissheit. Diese sind zwar sehr spezifisch für RA, finden sich aber auch bei PsA, etwa bei deren polyartikulären Formen.

Ein Team italienischer Dermatologen und Rheumatologen um Dario Graceffa aus Rom hat deshalb untersucht, ob die jeweiligen morphologischen und rheologischen Veränderungen in der Mikrozirkulation die Unterscheidung zwischen PsA und RA erleichtern (Arthritis 2013, Article ID 957480).

Bei beiden Krankheiten ist die Kapillarpermeabilität beeinträchtigt und die Verbindung des Endothels mit der extrazellulären Matrix gestört. Ablesen lässt sich dies an abnorm strukturierten und geformten Kapillaren in den dermalen Papillen.

Diagnostisches Verfahren der Wahl ist die Kapillaroskopie, ihr Einsatzort der Nagelfalz - denn dort lassen sich die Kapillaren auf ganzer Länge begutachten.

Morphometrische Parameter waren unterschiedlich

Kapillarmorphologisch zeigten sich allerdings keine Unterschiede bei den Probanden einer Studiengruppe, die aus 30 Patienten mit PsA, 30 mit RA und 30 gesunden Kontrollpersonen bestand.

Die Zahl der Megakapillaren, Hämorrhagien, Ramifikationen und avaskulären Gebiete differierte nicht signifikant. Erhebliche Abweichungen zeigten sich aber in den Mittelwerten der folgenden morphometrischen Parameter zwischen.

PsA und Kontrollen: Amplitude der Kapillarschlingen (40,4 μm vs. 46,1 μm), Schlingendichte (13,1 vs. 16,4 je 2 mm), Kapillarwindungen (12,2 vs. 6,2 je 4 mm);

RA und Kontrollen: Durchmesser des venösen Schenkels (22 μm vs. 17,5 μm), Durchmesser des arteriellen Schenkels (16,2 μm vs. 14μm), Schlingendurchmesser (30 μm vs. 26,4 μm), Schlingenamplitude (56 μm vs. 46,1 μm);

PsA und RA: Durchmesser des venösen Schenkels (18 μm vs. 22 μm), Durchmesser des arteriellen Schenkels (15,1 μm vs. 16,2 μm), Schlingendurchmesser (27,2 μm vs. 30 μm), Schlingenamplitude (40,4 μm vs. 56 μm), Schlingendichte (13,1 vs. 16 je 2 mm), Kapillarwindungen (12,2 vs. 7,1 je 4 mm).

In der unmittelbaren Aufsicht machte sich der Unterschied zwischen PsA und RA vor allem dadurch bemerkbar, dass PsA- im Vergleich zu RA-Patienten mehr gewundene Kapillaren bei geringerer Kapillardichte aufwiesen.

Nach den Ergebnissen der vorliegenden italienischen Studie könnte sich die Kapillaroskopie durchaus eignen, zwischen PsA und RA zu trennen. Die Unterschiede etwa in der Dichte und Gewundenheit der Kapillaren weisen womöglich auf pathogenetische Differenzen hin, die sich für die korrekte Diagnose nutzen lassen. (rb)

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