Rheuma

Auch Kiefergelenk untersuchen!

Veröffentlicht:

HOFHEIM/MAINZ. Oft wirkt sich Rheuma auch auf das Kiefergelenk aus. Die Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) rät daher, bei Rheuma das Kiefergelenk zu untersuchen, um größeren Schädigungen vorzubeugen.

Doch wie kann einem Rheumatiker geholfen werden, der nichts mehr essen kann, weil das Kiefergelenk schmerzt und immer unbeweglicher wird?

Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen der Universitätsklinik Bonn untersuchten dazu 62 Patienten, die zwischen 1983 und 2008 mit chronischer systemischer Kiefergelenkerkrankung behandelt wurden, teilt die DGMKG mit. Die Erkrankung wurde nach Schweregrad in drei Stadien eingeteilt: 1. Synovitis, 2. chronische Arthritis und 3. knöcherne Beteiligung (Knochenauflösung, Gelenksteife).

Patienten in Stadium 1 wurden entweder mit Standardmedikation (entzündungshemmende Medikamente) oder Arthroskopische Lavage behandelt. Patienten im Stadium 2 erhielten eine Standardmedikation, zusätzlich erfolgte eine Synovektomie, Diskektomie mit Ersatz durch körpereigenes oder synthetisches Material. Bei Gruppe 3 erfolgte neben der Standardmedikation eine Lückenosteotomie.

Alle Patienten der Gruppe 1 und 21 der 26 Patienten aus Gruppe 2 hatten nach der Behandlung wieder eine ganz normale Kiefergelenksfunktion, 19 von 26 Patienten zeigten eine wesentliche Verbesserung ihrer Schmerzen.

Von den 51 Personen der 3. Gruppe bildete sich bei 25 Patienten eine erneute Gelenksversteifung, 14 zeigten falsche Knochenformationen und die meisten Patienten (45 von 51) dieser Gruppe hatten weiterhin eine verminderte Mundöffnung. Das Kiefergelenk wird häufig in der Therapie von Patienten mit chronischen Gelenkerkrankungen vernachlässigt, warnt die DGMKG.

Typische Folgen dieser Erkrankungen in Stadium 3 könnten durch eine frühzeitige Therapie vermieden werden. Die erneute Gelenkversteifung dieser Patienten sehen Fachmediziner als typisches Risiko geläufiger chirurgischer Eingriffe.

Damit müssen sich Betroffene jedoch nicht länger zufrieden geben, denn es gibt inzwischen eine bessere Alternative: Kiefergelenksersatz mit der neuesten Generation von Hightech-Totalendoprothesen.

Diese inzwischen nahezu perfekt funktionierenden künstlichen Gelenke, meist aus Titan, gibt es standardisiert vorgefertigt oder sie werden im CAD/CAM -Verfahren - ähnlich einem 3D-Drucker - individuell angepasst, ohne sichtbare Narben durch die Mundhöhle eingebracht und am Kieferknochen fixiert. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Belastungsintoleranz

Potenzieller Therapie-Ansatz bei Lupus-Fatigue entdeckt

S3-Leitlinie

Gicht: Das ist bei der medikamentösen Harnsäuresenkung wichtig

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Cyberangriffe & Co.

So reagieren Arztpraxen im IT-Notfall richtig

Gendermedizin

Lena Marie Seegers: Ein Herz für Frauenherzen

Evolution der Therapiesteuerung

Diabetesmanagement: Das Ende des HbA1c-Werts?

Lesetipps
Madrid bei Sonnenuntergang.

© Shansche / Getty Images / iStock

Vorschau aufs Wochenende

Herzkongress ESC 2025: Diese neuen Studien stehen im Blickpunkt

Ein Hausarzt lädt in seiner Praxis Dokumente in eine elektronische Patientenakte

© Daniel Karmann/dpa

Stichtage rücken näher

Warum es sich für Praxen lohnt, vor dem 1. Oktober in die ePA einzusteigen