Rheuma

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Modul: Reaktive Arthritis: Pathogenese – Diagnose – Therapie

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Ärzte Zeitung, 17.09.2014

Rheumatoide Arthritis

Prognose hängt vom Gewicht ab

Bereits bei Diagnose einer rheumatoiden Arthritis haben übergewichtige Patienten wohl eine geringere Chance auf eine Besserung der Symptomatik als normalgewichtige. Woran das liegt, sind sich die Forscher aber noch nicht sicher.

Prognose hängt vom Gewicht ab

Übergewicht und Krankheitsverlauf einer RA hängen pathophysiologisch zusammen.

© Dr. Rieke Alten

STOCKHOLM. Es scheint pathophysiologisch auf der Hand zu liegen, dass es zwischen Übergewicht und dem Krankheitsverlauf einer rheumatoiden Arthritis (RA) einen Zusammenhang geben könnte.

Fettgewebe produziert u.a. Entzündungsmediatoren; Entzündungsprozesse wiederum sind ein möglicher Auslöser der RA. Die Vermutung liegt also nahe, dass für übergewichtige Menschen die Chance auf eine Besserung der RA-Symptomatik schlechter sein könnte als für normalgewichtige.

Dass sich diese Annahme bereits bei Diagnose der RA zu bewahrheiten scheint, haben Maria E.C. Sandberg und ihr Team vom Karolinska-Institut in Stockholm nun in einer epidemiologischen Studie gezeigt (Ann Rheum Dis 2014, online am 12. Mai ).

Mit BMI steigt Krankheitsaktivität

Sie stellten fest, dass übergewichtige Patienten (BMI ≥ 25) mit neu diagnostizierter RA sechs Monate nach Studienbeginn eine um 51 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit für eine niedrige Krankheitsaktivität hatten als Patienten mit einem BMI < 25 kg / m2 (Odds Ratio 0,49); auch das Erreichen einer Schmerz-Remission war für beleibtere Probanden weniger wahrscheinlich.

Eine statistisch signifikante Dosis-Wirkungs-Relation zwischen dem BMI und einer niedrigen Krankheitsaktivität, einem guten Therapieansprechen, einer Remission sowie überdurchschnittlichem Rückgang der Krankheitssymptomatik fand sich nach sechs Monaten.

Die Analyse umfasste Daten von insgesamt 495 Probanden mit neu diagnostizierter RA aus der schwedischen populationsbezogenen Epidemiological Investigation of Rheumatoid Arthritis (EIRA)-Studie (2006 bis 2009), die in dem Schwedischen Rheumatologie Qualitäts-Register (SQR) bis 2010 weiter verfolgt wurden.

Gesucht: Ursache der Assoziation

Die Studienautoren schlussfolgern aus ihren Ergebnissen, dass ein bereits bei RA-Diagnose vorhandenes Übergewicht die Chance der Patienten auf eine gute Krankheitskontrolle in der initialen Phase senke.

Wie diese Assoziation allerdings zustande kommt, darüber können sie nur spekulieren: Möglicherweise ist es die proinflammatorische Aktivität des Fettgewebes, die sich auf die Krankheitsprogression auswirkt.

Oder das Übergewicht beeinflusst die Wirkung des Rheumamittels Methotrexat, immerhin bekamen 86 Prozent der Probanden diesen Wirkstoff nach Diagnose der RA.

Vielleicht ist es auch der "gesündere" Lebensstil mit mehr Bewegung und pflanzenreicher Ernährung, der einen vorteilhafteren Krankheitsverlauf für die normalgewichtigen Patienten herbeiführt.

Adjustiert auf diese Faktoren blieb der Zusammenhang aber trotzdem sichtbar. Es könnten also mehrere Mechanismen mit hineinspielen, bemerken die Autoren.

Für die Zukunft erhoffen sich die Wissenschaftler ein Vorhersagemodell für die Prognose der RA, welches all diese Faktoren berücksichtigt.

Zudem sollte in weiteren Studien geklärt werden, ob es sich positiv auf die Prognose auswirkt, wenn Patienten mit einer RA gewollt ihren Fettanteil reduzieren. (vsc)

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