Rheuma

Das Fußgelenk wird oft vergessen

Ein niedriger Wert für die Krankheitsaktivität bedeutet nicht immer, dass die entzündlich-rheumatische Aktivität in allen Gelenken zur Ruhe gekommen ist. Insbesondere die Fußgelenke entgehen oft der Aufmerksamkeit.

Von Wiebke Kathmann Veröffentlicht:
Die Füße sind immer wieder ein besonderer Schwachpunkt bei Rheumapatienten.

Die Füße sind immer wieder ein besonderer Schwachpunkt bei Rheumapatienten.

© Jeannot Olivet/istock

DÜSSELDORF. Bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) kann trotz insgesamt sehr niedriger Werte für die Krankheitsaktivität, gemessen mit dem Disease Activity Score an 28 Gelenke (DAS28), ein einzelnes Gelenk weiterhin eine Synovialitis aufweisen.

Ist ein Gelenk der unteren Extremität betroffen, so wird dieses "rebellische Gelenk" leicht übersehen. Denn der DAS28 bezieht - anders als der DAS44 - außer den Laborwerten die Finger-, Hand-, Ellbogen-, Schulter- und Kniegelenke, nicht aber die Fuß- und Zehengelenke ein.

Warnsignal Fußgelenke

Ein niedriger DAS28-Wert garantiert daher keinen Stillstand der Erkrankung am einzelnen Gelenk, wie Professor Stefan Rehart, Agaplesion Markus Krankenhaus, akademisches Lehrkrankenhaus der Goethe-Universität Frankfurt am Main und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh) betonte.

Daher sei es Aufgabe von Arzt und Patient, vermehrt auf geschwollene Fußgelenke zu achten, so Rehart beim DGRh-Kongress in Düsseldorf. Trotz guter systemischer Kontrolle der Erkrankung könne bei bis zu zehn Prozent der RA-Patienten ein "rebellisches Gelenk" auftreten.

In diesen Fällen sei eine effektive lokale Therapie erforderlich, um einer Knochendestruktion mit Fehlstellungen, Funktionsverlusten und letztlich einer eingeschränkten Lebensqualität vorzubeugen.

Abgestuftes Vorgehen empfohlen

Die rheumatologischen Orthopäden empfehlen ein abgestuftes Vorgehen: Zunächst sollte in Abstimmung mit dem internistischen Rheumatologen geklärt werden, ob die systemische Therapie intensiviert werden kann oder muss, zum Beispiel durch die kurzzeitige Gabe von NSAR oder Kortison.

Begleitend sollten konservative Verfahren wie Kälte- bzw. Wärmetherapie, Physio- und Ergotherapie oder Reizstromtherapie voll ausgeschöpft werden, riet Rehart.

Bilde sich die schmerzhafte Schwellung nicht innerhalb von sechs bis zwölf Woche zurück, sei es Zeit für lokale invasive Verfahren, wie eine Kortison-Infiltration ins Gelenk mit bis zu drei Infiltrationen innerhalb von sechs Wochen.

Führt auch dies nicht zum Erfolg, sollte die Synovialitis operativ im Rahmen einer minimalinvasiven Gelenkspiegelung behandelt werden, unter Umständen ergänzt durch eine Radio- oder Chemosynoviorthese.

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