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Magenbypass

Rheuma-Patienten profitieren von Gewichtsverlust

Nach einer bariatrischen Operation sinken bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis auch Entzündungsmarker. In einer kleinen Studie war ein Jahr nach dem Eingriff die Krankheitsaktivität signifikant niedriger als vor der Operation.

Peter LeinerVon Peter Leiner Veröffentlicht:
Durch die bariatrische Op wogen die Teilnehmer ein Jahr nach dem Eingriff im Mittel 41kg weniger.

Durch die bariatrische Op wogen die Teilnehmer ein Jahr nach dem Eingriff im Mittel 41kg weniger.

© Waltraud Grubitzsch / dpa

BOSTON. Etwa durch Ausschüttung von Adipokinen befeuert Adipositas das Entzündungsgeschehen auch bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA). Zudem ist aus mehreren Studien bekannt, dass Übergewicht und Adipositas mit einer Erhöhung der Krankheitsaktivität assoziiert sind.

Deshalb prüften Rheumatologen um Dr. Jeffrey A. Sparks unter anderem von der Harvard Medical School in Boston, welchen Effekt die Reduktion des Körpergewichts durch eine bariatrische Operation auf die Erkrankung hat (Arthr Care Res 2015; online 27. Mai).

Ihre Hypothese: Der Eingriff beeinflusst den Aktivitätsindex und reduziert Entzündungsmarker sowie den Bedarf an Medikamenten.

BMI im Mittel bei 47,9 kg / m2

Für ihre retrospektive Studie werteten die Ärzte die Befunde von 53 Patienten - 94 Prozent waren Frauen - an zwei Kliniken, Zentren der Maximalversorgung, in Boston aus, die sich zwischen 1993 und 2013 einer bariatrischen Operation zur Gewichtsreduktion unterzogen hatten.

Der BMI lag im Mittel bei 47,9 kg / m2, das mittlere Körpergewicht bei 128,2 kg. Im Mittel hatten die Teilnehmer seit 8,6 Jahren RA. Jeder Zweite war seropositiv. Bei 40 Prozent wurden radiografisch Knochenläsionen nachgewiesen.

Etwa jeder Vierte hatte zudem eine Arthrose, Asthma oder Typ-2-Diabetes. Bei 30 Patienten (57 Prozent) wurde zu Studienbeginn die Krankheitsaktivität als moderat bis hoch eingestuft, und zwar in mehreren Kategorien des DAS28 (Disease Activity Score) und des SDAI (Simplified Disease Activity Index).

Durch die Operation wogen die Patienten sechs Monate nach dem Eingriff im Mittel 32,5 kg weniger (BMI 35,7 kg / m2). Ein Jahr später waren es durchschnittlich 41 kg weniger (BMI 32,6 kg / m2), was etwa 70 Prozent des Übergewichts entspricht. Danach nahmen die Patienten wieder leicht zu.

Bedarf an DMARDs gesunken

Der Anteil der Patienten, bei denen die Krankheitsaktivität als moderat oder hoch eingestuft worden war, sank von 57 Prozent zu Studienbeginn vor der Operation auf nur noch 6 Prozent im Jahr nach dem Eingriff. Umgekehrt stieg der Anteil der Patienten in Remission von 26 auf 65 Prozent.

Schließlich sanken auch die Werte des C-reaktiven Proteins (CRP) deutlich, und zwar von 26,1 mg / l zu Studienbeginn auf 10,1 mg / l nach einem halben Jahr und auf 5,9 mg / l ein Jahr nach der Operation.

Zudem nahm der Bedarf an DMARDs (Disease Modifying AntiRheumatic Drugs) signifikant ab. Vor dem Eingriff brauchten mit 93 Prozent noch fast alle Patienten die Medikamente, ein Jahr nach der Operation waren es nur noch 59 Prozent.

Unklar bleibt nach dieser Studie nach Ansicht der Ärzte, ob der Effekt auf die Krankheitsaktivität ausschließlich auf die massive Gewichtsreduktion zurückzuführen ist, die die mechanische Belastung drastisch reduziert, oder ob er auch auf einem metabolischen Effekt beruht.

So sei zum Beispiel bekannt, dass Patienten mit Typ-2-Diabetes, die sich einer Magenverkleinerung nach dem Roux-en-Y-Verfahren (Magen-Bypass) unterziehen, innerhalb weniger Tage nach dem Eingriff weniger zuckersenkende Präparate benötigen.

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