Rheuma

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Modul: Reaktive Arthritis: Pathogenese – Diagnose – Therapie

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Ärzte Zeitung, 16.09.2015

Rheumapatienten

Impfstatus bei vielen unzureichend

Allenfalls jeder vierte RA-Patient ist optimal geimpft. Dabei sind praktisch alle Impfungen bei diesen Patienten sicher und effektiv. Auch Lebendvakzinen wie die Zosterimpfung können unter bestimmten Umständen eingesetzt werden.

ROM. Professor Dimitrios Vassilopoulos von der Abteilung für Rheumatologie der Universität Athen berichtete beim EULAR 2015 von den Ergebnissen der internationalen COMORA-Studie.

Sie hat bei über 4500 Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) aus 17 Ländern, darunter Deutschland, die Häufigkeit und das Management von Komorbiditäten untersucht (Ann Rheum Dis 2014; 73(1):62-8).

Ein wichtiger Punkt dabei waren die Impfungen, denn RA-Patienten sind eine Risikogruppe für Infektionen aller Art: "Die Studie zeigt, dass nur 25 Prozent der Patienten im Jahr vor der Befragung eine Grippeimpfung erhalten hatten, und nur bei 17 Prozent war in den fünf Jahren vor der Befragung eine Pneumokokkenimpfung erfolgt", so Vassilopoulos. Einen adäquaten Impfstatus hinsichtlich sowohl Grippe als auch Pneumokokken hatten lediglich zehn Prozent der Patienten.

Diese Quoten hätten sich zwischen den einzelnen Ländern nicht ausgeprägt unterschieden, betonte der Rheumatologe. Es bestehe bei der Infektionsprävention von Rheumapatienten weltweit ein enormer Nachholbedarf, zumal es bei den Influenza- und Pneumokokkenimpfungen keine RA-spezifischen Kontraindikationen gebe.

Bei der Anwendung der Pneumokokkenimpfung ist zu beachten, dass es sich bei Vorliegen einer RA um eine Indikationsimpfung handelt. Die Impfung sollte deswegen anders als bei der Standardimpfung alle fünf Jahre aufgefrischt werden.

"Die erste Impfung erfolgt dabei mit dem 13-valenten Konjugatimpfstoff, die Folgenimpfungen mit dem Polysaccharidimpfstoff", so Vassilopoulos. Das entspricht auch den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts.

Zehnmal höheres Zosterrisiko

Etwas andere Überlegungen gelten bei der Impfung gegen Herpes zoster. Auch sie ist für RA-Patienten jenseits des 50. Lebensjahrs hoch relevant. Denn aus noch nicht ganz geklärten Gründen sei das Zosterrisiko bei RA fast zehnmal höher als in der Allgemeinbevölkerung, sagte der Experte.

Was die immunologische Effektivität angeht, gibt es keinerlei Unterschiede zwischen Patienten mit und ohne rheumatische Erkrankungen. Zu beachten ist aber, dass es sich um einen Lebendimpfstoff handelt, der im Idealfall vor Beginn der antirheumatischen Therapie eingesetzt werden sollte.

Auch unter Therapie sei eine Impfung allerdings möglich, sofern nur konventionelle synthetische krankheitsmodifizierende Medikamente (DMARDs) eingesetzt werden.

Nicht geimpft werden sollte bei laufender Biologika-Therapie, bei hoch dosierter Behandlung mit Glukokortikosteroiden und bei Patienten mit niedriger CD4-Zellzahl.

Wird versehentlich unter Biologikatherapie geimpft, ist das in der Regel kein Drama. Vassilopoulos erinnerte an eine große US-Kohorte aus dem Jahr 2012, in der bei 633 Patienten, die unter Biologika-Therapie geimpft wurden, in den sechs Wochen nach der Impfung kein einziger Fall von Herpes zoster auftrat (JAMA 2012; 308(1):43-9). (gvg)

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