Ärzte Zeitung, 20.01.2016

Gicht und Osteoporose

Neue Kurzinfo in vier Sprachen

BONN. Mit zwei neuen Faltblättern, "Gicht - leicht verstehen" und "Osteoporose - leicht verstehen", setzt die Deutsche Rheuma-Liga ihre Informationsreihe über rheumatische Krankheitsbilder in leicht verständlicher Sprache fort. Die Kurzinformationen richten sich an Rheumapatienten, die kürzlich die Diagnose erhalten haben.

Die Faltblätter geben den Betroffenen erste Informationen über ihre Erkrankung. Sie erfahren zudem Therapiemöglichkeiten und was man selbst im Alltag tun kann. Die Kurzinformationen sind auch für Menschen mit Migrationshintergrund gedacht. Die Fortsetzung der Reihe wurde ermöglicht durch Fördergelder der AOK. (eb)

Die Faltblätter gibt es in Deutsch, Englisch, Russisch und Türkisch als Download: www.rheuma- liga.de/publikationen/kurz-und-knapp..

Sie können zudem kostenlos bestellt werden bei den Verbänden der Deutschen Rheuma-Liga Bundesverband e. V., Maximilianstr. 14, 53111 Bonn. Service-Nummer zur nächstgelegenen Beratungsstelle: 01804-600 000 (20 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz).

[20.01.2016, 13:45:36]
Dr. Karl-Otmar Stenger 
Gicht und Zucker
"Gicht - leicht verstehen" und Zucker nicht erwähnen ist ein Widerspruch. Übermäßiger Zuckerkonsum ist wahrscheinlich die häufigste Ursache für Gicht. Dabei sind besonders Getränke mit Zuckerzusätzen anzuschuldigen. Leider ist die Getränkeindustrie geneigt, den Tafelzucker (Saccharose) aus Kostengründen immer mehr durch Fruktose-Glukose-Sirup oder Glukose-Fruktose-Sirup (HFCS) zu ersetzen, was die Situation weiter verschlimmert. Im letzten Fall wird die im Gegensatz zu Glukose unkontrollierte Resorption von Fruktose noch beschleunigt, da Saccharose durch die Sucrase nicht mehr in die beiden Untereinheiten zerlegt werden muss. Ist Fruktose in der (Leber-)Zelle angekommen, wird sie durch das Enzym Fruktokinase phosphoryliert, wobei der Vorrat an energiereichen ATP-Molekülen aufgrund des Überflutens der Zelle mit Fruktose rasch erschöpft ist. Ein Haufen "nackter" Kernbasen induziert in der Zelle den Purinabbau und die Generation von Harnsäure, die dann auch zum wesentlichen Teil die Zelle verlässt. Bei sich ständig wiederholender Fruktose-Exposition ist die Grundvoraussetzung für das Entstehen der Gicht erfüllt.
Unglücklicherweise hat der EU-Agrarkommissar das auch bisher nicht verstanden; denn sein Sprecher Rosario erklärte in der Frontal-Sendung des ZDF vom 8.9.2015, dass die Entscheidung der EU-Gremien, den Zuckermarkt zu liberalisieren (ab 1.10.2017 fällt die Quotenregelung weg), nichts mit Gesundheitspolitik und Verbraucherschutz zu tun habe. Wer die Empfehlung der WHO von vor 1 Jahr kennt ( wer > 5% seiner Kalorienzufuhr in Form von Zucker zu sich nimmt, hat mittel- bis langfristig mit ernsten Erkrankungen zu rechnen ), kann nur mit dem Kopf schütteln. Mit 19 Mio. Tonnen Zucker pro Jahr verbrauchen > 500 Mio. EU-Bürger ein Vielfaches von dem, was die WHO für unbedenklich erklärt hat (also 4 Mio. Tonnen Zucker pro Jahr für > 500 Mio. EU-Bürger). Es ist ab 2017 damit zu rechnen, dass die USA ihren billigen HFCS in großem Stil in die EU exportiert; denn in den USA stagniert der Absatz und sind die Agrarsubventionen hoch. Bald sollen wir das auslöffeln, was die US-Amerikaner wegen der bekannten langfristigen Folgen schon nicht mehr haben wollen ! zum Beitrag »

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