Register-Studie

Früher Einsatz von Biologika lohnt bei JIA

Mit einer frühen Biologika-Therapie bei juveniler idiopathischer Arthritis (JIA) wird im jungen Erwachsenenalter häufiger eine medikamentenfreie Remission erreicht.

Veröffentlicht:

FRANKFURT / MAIN. Eine aktuelle Studie unterstreicht die Bedeutung einer wirksamen Kontrolle der Krankheitsaktivität bei JIA. Forscher um Jens Klotsche vom Deutschen Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ) in Berlin haben die neuen Daten beim DGRh-Kongress in Frankfurt / Main vorgestellt.

Patienten mit einer meist polyartikulären JIA wurden in das Kinder-Biologika-Register BiKeR aufgenommen und bis in das junge Erwachsenenalter weiter beobachtet.

Die Dauer zwischen Beginn der JIA Erkrankung und Start der Biologikatherapie wurde in 3 Gruppen eingeteilt (G1: = 2 Jahre = frühe Therapie, G2: mittel >2 bis < 5 Jahre, G3: =5 Jahre), um den Einfluss auf die Parameter JADAS (Juvenile Arthritis Disease Activity Score)3-10, C-HAQ (Childhood Health Assessment Questionnaire), die Notwendigkeit von Gelenk- und Augenoperationen als auch die von Patienten berichteten Parameter zu analysieren.

Zur Analyse der Operationen wurden 609 Patienten der Gesamtkohorte betrachtet. Das 10-Jahres-Outcome konnte bei 478 Patienten mit Start einer Biologikatherapie und mindestens einer Visite analysiert werden.

Ergebnisse: Die Mehrzahl der Patienten (91 Prozent) wurde in BiKeR mit Start einer Etanercept- Therapie aufgenommen, 93 Prozent wurden jemals mit einer konventionellen Basistherapie behandelt. 28 bzw. 19,5 Prozent hatten eine seronegative Polyarthritis bzw. Enthesitis-assoziierte Arthritis.

Patienten mit einem frühen Start der Biologikatherapie hatten 10 Jahre nach Beginn der JIA-Erkrankung signifikant häufiger eine medikamentenfreie JADAS-Remission (15 Prozent) und eine inaktive Erkrankung (JADAS3-10= 1, 27,6 Prozent) erreicht verglichen mit Patienten mit einem späten Therapiebeginn.

In den von Patienten berichteten Parametern Globalurteil, Schmerz und Lebensqualität konnte kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen gefunden werden. Gelenkersatzoperationen mussten bei 35 (5,8 Prozent, G1: 2 (1,4 Prozent), G2: 9 (4,7 Prozent), G3: 24 (8,8 Prozent)) und Augenoperationen bei 19 (3,2 Prozent) der Patienten durchgeführt werden.

Synovektomien erfolgten bei 100 (16,4 Prozent) der Patienten, wobei Patienten mit einer frühen Biologikatherapie eine geringere Häufigkeit von Synovektomien (HR=0.20, p<0.001) aufwiesen. (ikr)

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