Urologie

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Ernährung, 06.11.2008

Richtige Ernährung verhindert Harnsteine

Harnsteinleiden gehören inzwischen zu den typischen Zivilisationskrankheiten. Ursache dafür ist der westliche Lebensstil. Gibt es einen Ausweg?

Von Kirsten Grashoff

In den letzten zwei Jahrzehnten stieg die Inzidenz für Harnsteinleiden um das Dreifache. Heute erkrankt etwa jeder 20. in Deutschland einmal oder mehrmals im Leben.

Risikofaktor Nummer 1 für die Entstehung von Harnsäure- und Kalziumoxalatsteinen ist das metabolische Syndrom, so PD Dr. Roswitha Siener von der Bonner Friedrich-Wilhelms-Universität auf dem Jenaer Harnsteinsymposium.

Eng mit dem metabolischen Syndrom verknüpft sind lebensstilbedingte exogene Risikofaktoren wie fehlende Bewegung, Rauchen, Stress und vor allem eine nicht angemessene Ernährungsweise. Nach den Leitlinien zu Diagnostik, Therapie und Metaphylaxe der Urolithiasis ist daher auch die Ernährungsanamnese wichtiger Bestandteil der Diagnostik und Grundlage für eine erfolgreiche Rezidivprophylaxe, führte Siener aus.

Zahlreiche Nahrungsbestandteile können die Zusammensetzung des Harns beeinflussen. Geringe Mengen oxalsäurehaltiger pflanzlicher Lebensmittel wie Spinat, Mangold oder Rhabarber können die Ausscheidung von Oxalsäure im Harn stark ansteigen lassen. Ist die Kost energie-, protein- und purinreich und konsumiert man zudem häufig alkoholische Getränke, fördert dies die Bildung von Kalziumoxalatsteinen, so die Expertin weiter. Sie empfiehlt Patienten mit Harnsäuresteinen zwar keinen kompletten Fleischverzicht, aber eine vorwiegend ovo-lakto-vegetabile Kost mit viel Gemüse, Obst und Getreideprodukten.

Besonders wichtig war Siener die Flüssigkeitszufuhr. Nur, wenn der Harn ausreichend verdünnt wird, kann man dem erneuten Auftreten von Steinen vorbeugen. Daher sollten Patienten 2,5 bis 3 Liter über den Tag verteilt trinken. Empfehlenswert sind Getränke, die den Harn-pH-Wert nicht beeinflussen. Hierzu zählen Nieren-, Früchte- und Kräutertees, einige Fruchtsäfte wie Apfel- oder Traubensaft sowie kalzium- (,150 mg/l) und hydrogencarbonatarme (,‹350 mg/l) Mineralwässer. Zuckerhaltige Limonaden und Colagetränke sowie alkoholische Getränke sind ungeeignet. Wollen Patienten auf ihre maximal zwei bis drei Tassen koffeinhaltigen Kaffee oder schwarzen Tee nicht verzichten, sollten sie Wasser dazu trinken.

Fazit: Eine ausgewogene und ballaststoffreiche Kost beugt Harnsteinleiden vor. Es gilt: Viel trinken, körperlich aktiv sein, nicht rauchen und Stress sowie Übergewicht abbauen.

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