Kinderchirurgie

Neue Op-Technik bei Varikozelen

Kinderchirurgen des Uniklinikums Leipzig (UKL) haben die laparoskopische Einhand-Einkanaltechnik entwickelt und mittlerweile etabliert, teilt das UKL mit. Bislang seien 19 junge Patienten mit Varikozele erfolgreich damit behandelt worden.

Veröffentlicht:

LEIPZIG. Das Krankheitsbild bereitet meist keine Schmerzen und wird daher oft unterschätzt: Varikozele testis.

Dabei zählen unbehandelte Varikozelen zu den häufigsten Gründen für Unfruchtbarkeit bei Männern, erinnert das Universitätsklinikum Leipzig (UKL).

Varikozelen treten nicht erst im Erwachsenenalter auf. Bereits 5 bis 10 Prozent aller 12- bis 16jährigen Jugendlichen leiden darunter.

Ein Arztbesuch ist in jedem Fall ratsam. "Varikozelen kann man schon im Jugendalter gut erkennen und behandeln", wird Privatdozent Dr. Ulf Bühligen, kommissarischer Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie am UKL zitiert.

Für die Therapie von Varikozelen stehen verschiedene Op-Verfahren zur Verfügung. Die derzeit bevorzugte Methode ist die Laparoskopie, bei der die betroffene Vene mithilfe endoskopischer Instrumente durchtrennt wird.

Kinderchirurgen des UKL entwickelten eine neue laparoskopische Op-Methode, mit der Varikozelen bereits im Wachstumsalter optimal behandelt werden können, teilt das UKL mit.

Am Universitätsklinikum Leipzig komme mit der laparoskopischen Einhand-Einkanaltechnik das derzeit aktuellste und innovativste Verfahren auf diesem Gebiet zum Einsatz.

Eingriff wird sicherer und schonender

"Mit der von uns entwickelten Methode werden Optik als auch Instrumentarium nur noch durch einen Kanal geführt. Die betroffenen Venen werden in der Bauchhöhle mit einem Schnitt freigelegt, dann verödet und schließlich durchtrennt, alles über nur einen Eingang in die Bauchhöhle", erklärt Bühligen die Neuerung.

Den Zugang zur Vene ermöglicht ein kleiner 6mm Längsschnitt im Bauchnabel, durch den ein einziger Trokar (Durchmesser 5mm) Bauchhöhle eingeführt wird. Operiert wird dann mit einer 5mm Optik und integriertem 3,5 mm Arbeitskanal für die notwendigen Instrumente.

Im Vergleich zu den gängigen laparoskopischen Verfahren sind mit der neuen Technik Vorteile verbunden. "Mit der Einkanal-Laparoskopie wird der Eingriff noch einmal um einiges sicherer und schonender für unsere Patienten. Ein entscheidender Vorteil ist, dass der Eingriff ambulant vorgenommen werden kann.

Die normale Operationszeit reduziert sich um fast die Hälfte auf etwa eine halbe Stunde. Darüber hinaus minimiert sich das Wundheilungsrisiko, und durch den kleinen Schnitt am Bauchnabel gibt es auch keine sichtbare Narbe", resümiert der Kinderchirurg.

Ein weiterer Vorteil sei die Kostenersparnis durch das wieder verwendbare Instrumentarium.

Operiert wird bei drohender Funktionsstörung

"Eine medizinische Behandlung der Varikozele ist nicht immer zwingend notwendig, häufig jedoch ratsam", so Bühligen in der Mitteilung des UKL.

Ob eine Therapie notwendig ist, sei abhängig vom Schweregrad und möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen, wie Schmerzen in der Leistengegend.

Die Diagnostik umfasst die klinische Untersuchung sowie die Sonografie der Hoden im Seitenvergleich inklusive Blutflussuntersuchung.

"Erst wenn die Venen deutlich erweitert sind und damit eine Funktionsstörung des Hodens droht, wird operiert", so Bühligen.

Am UKL sei die neue laparoskopische Einhand-Einkanaltechnik mittlerweile etabliert und erfreue sich durchweg positiver Resonanz, teilt das UKL mit.

Bislang seien 19 junge Patienten mit Varikozele erfolgreich damit behandelt worden. (eb)

Mehr zum Thema

Ausgewählte Best-of-Abstracts

Urothelkarzinome – eine relevante Erstmanifestation des Lynch-Syndroms

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe

Review

RAS-Blocker präoperativ eher nicht absetzen?

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München

Chronisch kranke Kinder

Mangelernährung frühzeitig erkennen und konsequent angehen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Danone Deutschland GmbH, Frankfurt/Main
Abb. 1: Pharmakokinetik von Rezafungin bei einer Dosierung von 400mg, gefolgt von 200mg einmal wöchentlich

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [10]

Invasive Candida-Infektionen

Modernes Echinocandin – optimierte Eigenschaften und klinische Vorteile

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mundipharma Deutschland GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ein älterer Mann muss stark husten und hält eine Hand auf seine Brust.

© Getty Images

Infektionsmanagement

Keuchhusten: Was bei der Behandlung Erwachsener wichtig ist

Junge Frau im Rollstuhl

© Julia Zavalishina / stock.adobe.com

Interview

Was eine gute Reha beim Post-COVID-Syndrom ausmacht