Ärzte Zeitung, 31.03.2005

Ist die Potenz schwach, ist oft auch das Herz krank

Ein Viertel der Männer mit erektiler Dysfunktion hat auch Diabetes / Den meisten Diabetikern mit ED gelingt mit Tadalafil wieder der Koitus

FRANKFURT AM MAIN (hsr). Die erektile Dysfunktion (ED) kann ein frühes Warnzeichen für gefäßschädigende Erkrankungen sein. Immerhin 25 Prozent der Männer mit ED haben einen bislang unerkannten Diabetes. Bei solchen Männern hat sich der PDE-5-Hemmer Tadalafil gegen die ED gut bewährt.

"Die ED ist ein Problem, das interdisziplinär gelöst werden muß." Daran hat Professor Klaus-Peter Jünemann vom Universitätsklinikum Kiel erinnert. "Dafür brauche ich einen Partner, ob Internist, Kardiologe oder Psychologe, der mir zur Seite steht", sagte der Urologe auf einer Veranstaltung zur Gründung der Lilly ICOS Fortbildungs-Akademie in Frankfurt am Main. Die Akademie bietet Ärzten unter anderem mit Kongressen sowie regionalen Workshops ein Forum zum interdisziplinären Austausch an.

    70 Prozent der Männer mit BPH haben auch eine Potenzschwäche.
   

Wie dringend es ist, bei der Diagnostik und Therapie von Patienten mit ED multidisziplinär zusammenzuarbeiten, machte Jünemann anhand dieser Zahlen deutlich: So haben 70 Prozent der Männer mit benigner Prostatahyperplasie (BPH), 50 Prozent der Diabetiker, 40 Prozent der KHK-Patienten und etwa 30 Prozent der Hypertoniker Erektionsstörungen. Zusatzbefund bei ED sei außerdem zu über elf Prozent eine Depression.

Außer daß die vaskuläre ED Alarmzeichen für einen nicht erkannten Diabetes ist, kann diese Störung auch Vorbote für eine bisher nicht diagnostizierte KHK sein, sagte Professor Alfred Wirth aus Bad Rothenfelde. Das belege etwa das Ergebnis einer Studie mit 58 ED-Patienten, von denen sechs eine bereits identifizierte, acht aber eine noch nicht bekannte KHK hatten.

Gerade zur Therapie von schwierig zu behandelnden Diabetikern mit Erektionsstörungen hat sich nach Aussage des Kardiologen Tadalafil (Cialis®) als gut wirksam, sicher und verträglich erwiesen. Wirth stellte dazu Daten einer Metaanalyse aus zwölf multizentrischen Studien mit 637 Diabetes-Patienten mit ED vor. Die Patienten erhielten über drei Monate täglich zehn oder 20 mg des PDE-5-Hemmers oder Placebo.

Als ein Maßstab für die Effektivität der Therapie galt unter anderem die Frage, ob die Erektion lange genug anhielt, um den Geschlechtsverkehr befriedigend abzuschließen. Die Erfolgsraten waren besonders signifikant bei der 20-mg-Dosierung: 53 Prozent der Diabetiker mit dieser Dosierung gaben an, daß der Koitus befriedigend gelang, mit Placebo waren es nur 22 Prozent.

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