Ärzte Zeitung, 27.03.2009

Mit Angiotensin-Hemmern gegen erektile Dysfunktion

Ursache der Dysfunktion ist die Störung des Endothels

WIESBADEN (eb). Lässt bei älteren Männern die Fähigkeit zur Erektion nach, kann das ein Zeichen für atherosklerotische Veränderungen sein. Die Betroffenen sollten sich deshalb weiter untersuchen lassen.

Mit Angiotensin-Hemmern gegen erektile Dysfunktion

Daran erinnern Experten der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) aus Anlass des 115. Internistenkongresses, der vom 18. bis 21. April 2009 in Wiesbaden stattfindet.

Erektionsstörungen und Herzkreislaufkrankheiten haben viel gemeinsam: Sie nehmen im Alter zu und treten häufiger bei Rauchern, Diabetikern und Männern mit Hypertonie oder hohen Cholesterinwerten auf. Zudem haben beide möglicherweise die gleiche Ursache. Sie liegt nach Einschätzung von Professor Michael Böhm von der Uni Homburg/Saar in einer Funktionsstörung des Endothels. Das gelte für die Koronarien ebenso wie für die Helixarterien, durch die Blut in die Schwellkörper des Penis fließt, so Böhm.

Erektionsstörungen gehen Herzkreislauferkrankungen häufig voraus: In einer eigenen Studie hätten vier von fünf Patienten mit zunehmender Herzschwäche über Potenzstörungen berichtet, deren Beginn bis zu sieben Jahre zurücklag, so Böhm. "Erektile Dysfunktion ist eindeutig ein Risikomarker für Herzkreislauferkrankungen", so Böhm. Deshalb sollten betroffene Männer einen Kardiologen zu Rate ziehen. Angiotensin II steigert nicht nur den Blutdruck, sondern auch das Erschlaffen des Penis nach dem Geschlechtsverkehr. "Im Tierexperiment kann Angiotensin II eine Erektion verhindern. Es sei denn, die Tiere wurden vorher mit Angiotensin-II-Rezeptorblockern behandelt", erläutert Böhm seine Ergebnisse, die er auch in Wiesbaden erörtert. Diese Mittel könnten möglicherweise auch Potenzstörungen lindern. Zutreffen könne das auch auf ACE-Hemmer.

ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptorblocker sind in zwei größeren Studien bei Patienten mit Bluthochdruck und Herzkreislauferkrankungen verglichen worden. Derzeit untersucht Böhm, ob sich dabei die Erektile Dysfunktion (ED) gebessert hat. Dann wäre zu prüfen, ob sich die Wirkstoffe gezielt gegen ED einsetzen lassen, so Böhm.

Veranstaltungstipp: Dienstag, 21. April, 14.30 bis 18.00 Uhr, Rhein-Main-Hallen, Halle 4/1; Symposium: Kardiovaskulärer Risikofaktor "Subklinische Endorganschäden"; Vorsitzende: Georg Ertl (Würzburg), Thomas Münzel (Mainz)

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