Samstag, 4. Februar 2012
Ärzte Zeitung, 06.10.2009

Ein Stent gegen erektile Dysfunktion?

US-Forscher starten erstmals eine Studie zur Wirksamkeit der Stent-Implantation in der Arteria pudenda

SAN FRANCISCO (ob). Kleinste Gefäßstützen aus Draht (sogenannte Stents) werden vor allem in Koronararterien implantiert, um verengte Gefäßabschnitte offen zu halten. US-Forscher überraschen jetzt mit der Hypothese, dass eine solche Therapie auch bei erektiler Dysfunktion von Nutzen sein könnte.

Ein Stent gegen erektile Dysfunktion?

Schema des männlichen Urogenitaltraktes.

Foto: hakan çorbaci©www.fotolia.de

Kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Hypertonie oder Diabetes sind nicht nur mit der Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern auch mit dem Auftreten einer erektilen Dysfunktion (ED) assoziiert. Die ED ist daher bei vielen kardiovaskulär erkrankten Patienten ein Indikator für eine generalisierte Gefäßatherosklerose. Sie gilt auch als Frühzeichen für künftige kardiovaskuläre Erkrankungen.

Angesichts der häufigen vaskulären Genese einer ED wollen US-Forscher um Dr. Jason Rogers aus Sacramento jetzt erstmals in einer Studie den potenziellen Nutzen der Stent-Implantation bei ED-Patienten klären. Ermutigt sieht sich das Team durch Ergebnisse einer Pilotstudie.

In dieser Studie haben Rogers und seine Kollegen bei zehn Männern, die wegen KHK-Beschwerden zur Koronarangiografie kamen, zusätzlich eine Angiografie der Beckenarterien vorgenommen. Dabei hatten sie vor allem mögliche stenotische Gefäßveränderungen in der Arteria pudenda interna im Auge. Sie versorgt die äußeren Genitalien und die Schwellkörper mit Blut. Ergebnis: Der anatomische Befund in den Koronararterien korrelierte eng mit dem Gefäßstatus in der Arteria pudenda. Waren in der koronaren Strombahn Stenosen vorhanden, fanden sich entsprechende Veränderungen zu 100 Prozent auch in der Beckenarterie, berichtete Rogers beim Kongress TCT 2009 (Transcatheter Cardiovascular Therapeutics) in San Francisco.

Sein Team nimmt jetzt eine Studie in Angriff, an der 50 Männer mit ED und dokumentierten Stenosen in der Arteria pudenda teilnehmen sollen, bei denen Phosphodiesterasehemmer keine Wirkung zeigten. Getestet wird, ob die Beseitigung dieser Stenosen durch Einlage von Medikamente freisetzenden Stents in diese Arterie positive Auswirkung auf die ED hat.

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