Urologie

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Ärzte Zeitung online, 03.07.2012

Staubsaugen ist gut für die Prostata

Öfter mal den Abwasch machen, den Staubsauger in die Hand nehmen oder das Unkraut jäten - das freut nicht nur die Ehefrau, sondern lindert offenbar auch die Prostatabeschwerden.

Staubsaugen ist gut für die Prostata

Saubere Wohnung - funktionierende Prostata.

© Sven Simon / imago

NASHVILLE (mut). Häufiges Wasserlassen, Harndrang, Nykturie - solche Probleme treten seltener auf oder sind zumindest nicht so schwerwiegend, wenn alternde Männer genug Sport treiben, das legen inzwischen mehrere Studien nahe.

Aber offenbar genügen schon weniger schweißtreibende Aktivitäten, um Probleme mit dem Wasserlassen zu lindern.

So reicht es offenbar, wenn sich Männer etwas mehr in Haus und Garten engagieren, berichten US-Urologen um Dr. Jay Fowke von der Vanderbilt Universität in Nashville (BJUI 2012; online 22. Juni).

Die Ärzte hatten 405 Männer mit Prostatabeschwerden zur Stärke ihrer Symptome befragt, das Prostatavolumen gemessen und die körperliche Aktivität der Männer per Fragebogen ermittelt.

Dabei fragten sie sowohl nach Sport, nach Bewegung bei der Arbeit und zu Hause.

Sie teilten anschließend die Männer in drei Kategorien ein: Solche mit geringen Symptomen (0-7 Punkte auf dem American Urological Association Symptom Index, AUA-SI), solche mit moderaten Symptomen (8-20 Punkte) und solchen mit starken Beschwerden (21-35 Punkte).

Insgesamt hatten 45 Prozent leichte Symptome, bei 55 Prozent waren sie moderat bis schwer.

Auch der umgekehrte Effekt ist denkbar

Wurde nun nach der körperlichen Bewegung geschaut, dann stellte sich heraus, dass Männer, die sehr aktiv waren, auch seltener ernsthafte Prostataprobleme hatten.

So zeigten 35 Prozent der Männer mit leichten Symptomen eine hohe körperliche Aktivität, dagegen nur 24 Prozent derer mit schweren Symptomen.

28 Prozent derer mit leichten Beschwerden trieben moderat bis viel Sport, dagegen nur 16 Prozent der Männer mit starken Symptomen.

Doch auch schon bei geringeren Anstrengungen zeigten sich Unterschiede: 38 Prozent der Männer mit leichten Symptomen engagierten sich kräftig im Haushalt, wenn es etwa um Putzen und Waschen ging, von denen mit schweren Symptomen taten dies jedoch nur 28 Prozent.

Insgesamt, so die Urologen, hatten Männer, die sich in der Freizeit viel bewegten und auch im Haushalt aktiv waren, deutlich geringere Beschwerden als träge Geschlechtsgenossen.

Dieser Zusammenhang galt unabhängig vom Prostatavolumen und war besonders bei dicken Männern ausgeprägt. Ihrer Prostata scheint also besonders zu profitieren, wenn sie regelmäßig den Staubsauger in die Hand nehmen oder nach dem Unkraut im Garten schauen.

Allerdings lässt sich nicht ausschließen, dass schwere Harnwegprobleme die Aktivität der Männer bremsen - auch damit kann man die Ergebnisse erklären.

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