Ärzte Zeitung, 06.07.2009

IV-Vertrag dient Früherkennung von Nierenkranken

MAGDEBURG (zie). Der bundesweit erste Vertrag zur Früherkennung von Patienten mit Nierenerkrankungen ist kürzlich in Sachsen-Anhalt unterzeichnet worden.

Vertragspartner sind die AOK Sachsen-Anhalt, der Verein niedergelassener Nephrologen sowie die KV. Ziel des IV-Vertrages ist es, Dialysebehandlungen so lange wie möglich hinauszuzögern oder ganz zu vermeiden. In Sachsen-Anhalt müssen rund 2600 Patienten zur regelmäßigen Dialyse, bundesweit sind es 67 000. "Prävention kann helfen, dieses Schicksal abzuwenden”, so AOK-Vorstand Uwe Deh.

Dazu werde beim Hausarzt ein Screening für Risikopatienten, wie Diabetiker und Hypertoniker, etabliert. Bei ihnen veranlasst der Hausarzt Blut- und Urinuntersuchungen. Lässt der Befund Auffälligkeiten erkennen, erfolgt die Überweisung zum Nephrologen. "Das strukturierte Versorgungskonzept erhöht die Möglichkeit, Krankheitsverläufe frühzeitig zu erkennen”, so KV-Vorstand Dr. Burkhard John.

Da der Körper bei Niereninsuffizienz keine Alarmsignale aussendet, werden diese Erkrankungen häufig zu spät erkannt, sagt Dr. Jörg-Detlev Lippert, Internist, Nephrologe in Köthen und Vorsitzender des Nephrologenvereins. Die Alarmfunktion könne nun das Screening übernehmen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Antibiotika gegen Rückenschmerzen

Verursachen Bakterien heftige Bandscheiben-Beschwerden? Für Forschungen zur Behandlung von Rückenschmerzen mit Antibiotika wurde jetzt der Deutschen Schmerzpreis verliehen. mehr »

QuaMaDi wird fortgesetzt

Aufatmen im Norden: KV und Kassen haben sich auf den Fortbestand des Brustkrebsfrüherkennungsprogramm QuaMaDi geeinigt. mehr »

Ethikrat sucht nach dem goldenen Mittelweg

Wann ist eine medizinische Zwangsbehandlung fürsorglicher Schutz, wann ein unangemessener Eingriff? Diesen Fragen widmet sich aktuell der Deutsche Ethikrat. mehr »