Ärzte Zeitung, 30.09.2004

Symptomverminderung bei BPH über vier Jahre

Langzeitdaten zu Dutasterid belegen anhaltende Wirksamkeit / Schnelle Symptomverminderung durch Kombitherapie

WIESBADEN (ner). Bei Männern mit benignem Prostata-Syndrom (BPS) führt die Behandlung mit Dutasterid innerhalb eines Monats zu einer signifikanten Volumenminderung der Prostata. Über die Therapiedauer von vier Jahren bessern sich alle relevanten Parameter kontinuierlich.

Das geht aus den Vierjahresdaten einer Studie mit mehr als 2000 BPS-Patienten hervor, die Professor Ulf Tunn aus Offenbach beim Jahreskongreß der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) in Wiesbaden vorgestellt hat.

Zunächst hatten die Studienteilnehmer zwei Jahre lang doppelblind und randomisiert entweder Dutasterid (Avodart®) oder Placebo erhalten. Danach waren die Patienten der Placebo-Gruppe auf den 5-alpha-Reduktasehemmer umgestellt worden, die anderen Patienten nahmen das Präparat für weitere zwei Jahre, also insgesamt vier Jahre ein.

Bereits nach dem ersten Behandlungsmonat sei im Vergleich zu Placebo eine signifikante Reduktion des Prostatavolumens zu verzeichnen, sagte Tunn bei einem vom Unternehmen GlaxoSmithKline unterstützten Satellitensymposium. Über vier Jahre betrug die Volumenreduktion insgesamt 27 Prozent.

Auch die Harnwegssymptome, gemessen mit dem AUA-Score, dem Symptomindex der Amerikanischen Gesellschaft für Urologie, die bereits nach zwei Jahren mit dem Wirkstoff signifikant geringer waren als bei der Placebo-Therapie, verringerten sich nach weiteren zwei Jahren noch einmal, und zwar insgesamt um 6,5 Punkte. Der Harnfluß verstärkte sich nach zwei Jahren um durchschnittlich 2,2 ml/s, und nach vier Jahren um 2,7 ml/s.

Diese Ergebnisse korrelierten mit verminderten Raten für akuten Harnverhalt und für operative Eingriffe. Sieben Prozent der Patienten, die erst Placebo und nach zwei Jahren Dutasterid erhalten hatten, erlitten innerhalb des Vierjahreszeitraums einen akuten Harnverhalt. Bei denjenigen, die von vornherein auf den Wirkstoff eingestellt worden waren, waren es dagegen drei Prozent. Die Operationsrate sank von 5,6 auf 3,3 Prozent.

Zur schnellen Symptomverminderung empfiehlt Professor Rolf Muschter aus Rotenburg den 5-alpha-Reduktasehemmer kurzzeitig mit einem alpha-Blocker wie Tamsulosin für 24 Wochen zu kombinieren. Bei ausgeprägter Symptomatik zu Beginn der Therapie, großen Prostatavolumina (mehr als 57 Kubikzentimeter) und relativ hohen PSA-Werten (über 3,2 ng/ml) könnte eine dauerhafte Kombinationstherapie vorteilhaft sein.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »