Ärzte Zeitung, 30.03.2005

Prostata schrumpft nach Injektion von Botulinumtoxin

ISTANBUL (ner). Botulinumtoxin kann sogar bei benigner Prostatahyperplasie (BPH) helfen, berichten italienische Urologen. Dazu wird das Nervengift direkt in die Prostata gespritzt.

Das Prostatagewicht sinke ebenso wie die Restharnmenge und die Harnflußrate steige nach intraprostatischer Injektion von 150 Einheiten Botulinumtoxin A in jeden Drüsenlappen, so Professor Federico Guercini aus Perugia und seine Kollegen beim Europäischen Urologenkongreß in Istanbul.

Die Forscher hatten 16 Männer mit einem Prostatavolumen von jeweils mehr als 80 cm3 und einer initialen Harnflußrate unter 10 ml/s in einer Studie behandelt. Die einmalige Injektion wurde unter Ultraschall-Kontrolle vorgenommen.

Innerhalb von sechs Monaten sank der Wert auf der Internationalen Prostata-Symptom-Skala (IPSS) signifikant von durchschnittlich 24 (schwere Symptome) auf 9 (moderate Symptome) und die Harnflußrate stieg von 8 auf 18 ml/s. Zugleich nahm das Restharnvolumen von knapp 300 ml auf durchschnittlich 85 ml ab.

Bei BPH nimmt unter anderem die Zahl der Bindegewebs- und Muskelzellen zu. Die Toxin-Injektion hatte in vorangegangenen Tierversuchen zur partiellen Denervation der glatten Muskulatur und zur Atrophie der Drüse geführt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »