Ärzte Zeitung, 26.10.2010

ASS halbiert Sterberate bei Prostata-Karzinom

SAN DIEGO (mut). Männer mit Prostata-Karzinom, die zusätzlich zur Radiatio oder Krebs-Op Antikoagulanzien wie ASS erhalten, können dadurch ihre Tumor-bedingte Sterblichkeit reduzieren. Darauf haben US-Radiologen auf einer Konferenz in San Diego hingewiesen.

In einer Studie mit etwa 5300 Patienten mit lokal begrenztem Tumor hatten knapp 2000 Patienten Antikoagulanzien eingenommen. Von ihnen starben vier Prozent innerhalb von zehn Jahren an Tumorrezidiven, bei Teilnehmern ohne Antikoagulanzien waren es dagegen zehn Prozent. Vermutet wird, dass die Mittel die Metastasierung erschweren.

[26.10.2010, 18:14:12]
Dr. Ralf Hettich 
Gerinnungshemmer haben jedoch eigene Risiken und Nebenwirkungen
Prof. Choe stellte schon 2009, bei der 51. Jahresversammlung der American Society for Radiation Oncology in Chicago, eine Studie zu Aspirin® vor.

Diese Studie umfasste 662 Männer mit Prostatakrebs, die sich in der Zeit von 1988 bis 2005 einer Strahlenbehandlung an der Universität von Chicago unterzogen haben.

Ein Teil der Studienteilnehmer stand unter Behandlung mit Gerinnungshemmern: 196 Teilnehmer nahmen 196 Aspirin®, 58 Coumandin® und 24 Männer Plavix® ein. Die restlichen Studienteilnehmer wurden nicht mit Gerinnungshemmern behandelt.

Nach Ablauf von vier Jahren, kehrte bei nur 9 Prozent der Männer, die Gerinnungshemmer eingenommen hatten, der Krebs zurück. Bei den Männern, die überhaupt keine Gerinnungshemmer eingenommen hatten, kam der Krebs bei 22 Prozent zurück.

Prof. Choe warnte aber davor, dass Männer mit Prostatakrebs nun gleich mit der Einnahme von Gerinnungshemmern beginnen. Diese Medikamente haben ihre eigenen Risiken und Nebenwirkungen.

Da ist als Erstes die Gefahr der inneren Blutungen zu nennen.

In den Studien von Prof. Choe zeigte sich, dass Coumadin® und Plavix® bei Männern, die sich einer Strahlenbehandlung des Prostatakrebses unterzogen haben, das Risiko von rektalen Blutungen erhöht.

Mit den besten Wünschen für Ihre Männergesundheit

Dr. Ralf Hettich
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