Ärzte Zeitung, 05.05.2011

Embolus in Prostata-Arterien lindert BPH

Eine neuartige Therapie beseitigt akuten Harnverhalt bei benigner Prostatahyperplasie (BPH): Embolisierung der von der Arteria vesicalis inferior ausgehenden Arterien.

SAO PAOLO (ÄW/PH/mal). In der unermüdlichen Suche nach neuen Behandlungsoptionen für Patienten mit benigner Prostatahyperplasie (BPH) haben brasilianische Radiologen Erfolg gemeldet: Durch Embolisierung von Prostataarterien haben sie zwei Patienten mit akuten Harnverhalt, der durch BPH bedingt war, geholfen.

Der angiografisch kontrollierte Eingriff bei den beiden Patienten mit einem Prostatavolumen zwischen 50 und 70 Milliliter erfolgte unter Lokalanästhesie mit einem Mikrokatheter, berichtet das Forscherteam der University of Sao Paolo Medical School (Cardiovasc Intervent Radiol 2010; 33: 355).

Bei einem Patienten wurde eine bilaterale, beim anderen eine unilaterale Embolisierung der von der Arteria vesicalis inferior ausgehenden Prostata-Arterien vorgenommen. Ein Patient klagte in den ersten 24 Stunden über retropubische Schmerzen; er erhielt deshalb drei Tage lang eine Therapie mit einem Nichtopioid-Analgetikum.

Nach Entfernen des urethralen Katheters 15 beziehungsweise 10 Tage nach der Maßnahme sei eine spontane Miktion möglich gewesen, so die Forscher um Dr. Francisco Cesar Carnevale.

Bei Kontrollen nach drei und sechs Monaten konnten beide Patienten normal Harn lassen. Untersuchungen mit transrektalem Ultraschall und Magnetresonanztomografie ergaben nach sechs Monaten eine Reduktion des Prostatavolumens um 40 Prozent (Sono) und 48 Prozent (MRT) bei dem bilateral behandelten Patienten und von 25,5 Prozent (Sono) und 28 Prozent (MRT) bei dem Patienten mit unilateraler Embolisierung. Komplikationen waren in diesem Zeitraum keine aufgetreten.

Beim Patienten mit bilateraler Embolisation wurde nach einem halben Jahr kein Restharn mehr festgestellt, der Patient mit unilateraler Embolisation hatte eine Restharnmenge von 85 Millilitern.

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