Direkt zum Inhaltsbereich

Bei Brustkrebsgen gilt: Nicht verzweifeln, sondern handeln

Veröffentlicht:

Frauen mit Hochrisiko-Genen für Brustkrebs brauchen ein intensiviertes Früherkennungsprogramm mit Sonografie und MRT ab dem 25. Lebensjahr. Optionen für Betroffene sind auch die prophylaktische Entfernung der Brüste und Eierstöcke sowie eine Vorbeugung mit Medikamenten.

NEU-ISENBURG (bd/ikr). Etwa fünf Prozent aller Patientinnen mit Brustkrebs sind Trägerinnen eines Hochrisikogens für Brustkrebs (BRCA1, BRCA2). Bei den betroffenen Frauen beträgt das Risiko, im Laufe des Lebens an dem Tumor zu erkranken, 60 bis 80 Prozent.

Viele Brustkrebs-Frauen haben eine BRCA-Mutation.

Viele Brustkrebs-Frauen haben eine BRCA-Mutation.

© Chris Rogers / photos.com

Und das Risiko für ein Ovaria-Ca liegt zwischen 20 und 40 Prozent. Ähnlich hoch ist auch das Risiko für Trägerinnen des neu entdeckten Gens RAD51C, das wegen seiner hohen Penetranz als BRCA3 bezeichnet wird.

Gentest abhängig von Risikokonstellation in Familie

Ob bei einer Frau ein Gentest angezeigt ist, hängt von klar definierten Risikokonstellationen innerhalb einer Familie ab, sagte Professor Rita Schmutzler von der Universitäts-Frauenklinik in Köln zur "Ärzte Zeitung".

Er sollte möglichst bei einer bereits erkrankten Person in einem der zwölf Spezialzentren des Deutschen Konsortiums für familiären Brust- und Eierstockkrebs gemacht werden. Vor dem Test und bei der Befundmitteilung sollte eine ausführliche interdisziplinäre Beratung mit Humangenetikern, Gynäkologen und gegebenenfalls Psychologen an den Zentren stattfinden.

Sonografie und MRT ab einem Alter von 25 Jahren

Und die verschiedenen präventiven Optionen sollten abgewogen werden. Dazu gehört ein intensiviertes Früherkennungsprogramm (FEP). Es umfasst außer der regelmäßigen Tastuntersuchung die Untersuchung mit bildgebenden Verfahren.

Dazu zählen die halbjährliche Mammasonografie sowie jährliche Mammografie und MRT. Sonografie und MRT werden ab dem 25., Mammografie ab dem 30. Lebensjahr angeboten.

Quiz für Fachkreise

Im Brustkrebsmonat Oktober können Sie unter www.springermedizin.de/quiz-brustkrebsmonat (bitte einloggen) jeden Tag Ihr Wissen rund um das Thema Mammakarzinom unter Beweis stellen. Jede korrekt beantwortete Tagesfrage beim Quiz bringt einen Punkt. Machen Sie mit, sammeln Sie Punkte und gewinnen Sie tolle Preise!

Eine weitere Option für Frauen mit Genmutation ist die chirurgische Prophylaxe: Studien belegen, dass sich durch Salpingo-Oophorektomie das Risiko für Eierstockkrebs um bis zu 96 Prozent senken lässt.

Schmutzler rät zur kompletten SalpingoOophorektomie (inklusive beider Tuben), denn es sei ein Irrglaube, dass mit vaginalem Ultraschall plus Tumormarker CA-125 eine Früherkennung möglich sei. Mittlerweile machen 80 Prozent der in den Zentren betreuten Frauen von dieser chirurgischen Prophylaxe Gebrauch.

Die beidseitige Mastektomie reduziert Studien zufolge das Brustkrebsrisiko um über 95 Prozent. Dem minimalen Restrisiko und damit der reduzierten Krebsangst steht die Störung des Körperbildes durch den Verlust beider Brüste gegenüber.

Effektiv ist auch die Chemoprävention

Wichtig ist laut Schmutzler eine eingehende Abwägung des Erkrankungsrisikos und der Vor- und Nachteile mit der Patientin sowie das Angebot des simultanen Wiederaufbaus der Brust. Jede fünfte Frau mit Genmutation macht in Deutschland von dieser Möglichkeit Gebrauch.

Effektiv ist auch die Chemoprävention. In den USA zur Primärprävention von Brustkrebs zugelassen sind das Antiöstrogen Tamoxifen und der selektive Östrogen-Rezeptor-Modulator Raloxifen. Auch eine Studie zu dem Aromatasehemmer Exemestan ist vor kurzem erfolgreich verlaufen, was die Primärprävention von Brustkrebs betrifft.

Mehr Infos zu spezialisierten Zentren: www.krebshilfe.de/brustkrebszentren.html

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Mai-Sitzung des CHMP

EMA-Experten empfehlen vier Pharma-Innovationen zur europaweiten Zulassung

Hyperthyreose

Studie: Erhöhtes Brustkrebsrisiko durch Radioiodtherapie?

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Aktuelle explorative Ad-hoc-Analysen der Studien SPOTLIGHT und GLOW: mOS vor und nach Zensierung†

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

CLDN18.2+, HER2− Adenokarzinom des Magens/gastroösophagealen Übergangs

Mit optimiertem Therapiemanagement den Behandlungserfolg mit Zolbetuximab unterstützen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Astellas Pharma GmbH, München

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Herzinsuffizienz

Erste klinische Studie belegt Wirksamkeit des Herzpflasters

Sie fragen – Experten antworten

Noch impfen nach einer RSV-Erkrankung?

Änderungen aus dem GOLD-Update

Neues Vorgehen bei COPD: Proaktiv statt reaktiv!

Lesetipps
Ein Arzt hält ein Model des männlichen Geschlechtstraktes und zeigt mit einem Stift auf die Prostata.

© Peakstock / stock.adobe.com

Cochrane-Review

Prostatakrebs: Wie ist denn nun die Evidenz des PSA-Screenings?

Modell des Darms

© SewcreamStudio / Stock.adobe.com

FODMAP, Hypnose, Stuhltransfer

Diese Interventionen helfen beim Reizdarmsyndrom

Die Ärzte Zeitung ist jetzt auch auf Instagram aktiv.

© prima91 / stock.adobe.com

Social Media

Folgen Sie der Ärzte Zeitung auf Instagram