Ärzte Zeitung, 24.10.2011

Erfolgreiche Therapieansätze für triple-negative Mammakarzinome

Erfolgreiche Therapieansätze für triple-negative Mammakarzinome

Sorgenkinder unter den Mammakarzinomen sind vor allem die triple-negativen Tumoren. Denn sie haben keinen der klassischen therapeutischen Angriffspunkte.

MANNHEIM (bd). Triple-negative Tumoren (TNBC) sind Tumoren ohne Expression von Östrogen- und Progesteronrezeptoren und ohne Überexpression von HER2. Sie betreffen etwa 15 Prozent der Frauen - auch in der Regel jene mit einer BRCA-1-Mutation.

Darauf hat Professor Andreas Schneeweiss vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg hingewiesen. Hoffnungsvolle Ergebnisse für diese Frauen mit BRCA-Mutation wurden in Phase-II-Studien mit PARP-Inhibitoren erzielt. Sie unterbinden die Reparatur von Einzelstrangbrüchen und unterstützen dadurch die Bildung von Doppelstrangbrüchen in der Tumor-DNA, die zur Apoptose führen.

Vor allem triple-negative Tumoren scheinen nach Studienergebnissen in der neoadjuvanten Therapie auch durch zusätzliche Gabe von Neoangiogenesehemmern wie Bevacizumab zusätzlich zur Chemotherapie zu profitieren mit einer signifikant höheren Remissionsrate als die Vergleichsgruppe.

Das hat die GeparQuinto Studie gezeigt. Für die weniger aggressiven Subtypen gibt es in der neoadjuvanten Situation widersprüchliche Ergebnisse zum Einsatz des Angiogenesehemmers.

Eine problematische Gruppe sind auch Hochrisikopatientinnen mit mehr als drei befallenen Lymphknoten. Immer noch eine Option für diese Frauen ist die dosisdichte Chemotherapie mit ETC (3 x Epirubicin 150 mg / m2, 3 x Paclitaxel 225 mg / m2, 3 x Cyclophosphamid 2000 mg / m2).

So wurde in der Studie der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie bei Hochrisikopatientinnen mit durchschnittlich neun befallenen Lymphknoten ein Fünf-Jahres-Überleben von über 80 Prozent erreicht, hat Schneeweiss zur "Ärzte Zeitung" gesagt.

"Das schaffen Sie mit keiner anderen Therapie", so der Experte. Möglich seien diese langwierigen und aggressiven Therapien nicht zuletzt durch ein besseres Management der Nebenwirkungen.

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