Ärzte Zeitung, 25.03.2009

Uniklinik Dresden macht bei Darmkrebsvorsorge mobil

Versorgungsangebot soll auf Ostsachsen ausgeweitet werden / Nur ein zertifizierter Gastroenterologe in Görlitz

DRESDEN (tra). Das Uniklinikum Dresden bietet sich als Partner für eine flächendeckende Darmkrebsvorsorge an. Eine von der Klinik gegründete GmbH soll Versorgungsstrukturen in Ostsachsen evaluieren.

Der medizinische Vorstand des Universitätsklinikums, Professor Michael Albrecht, begründet das Engagement mit der Notwendigkeit nachhaltiger Versorgungsstrukturen bei der Krebsvorsorge. Er warnte bei einer Veranstaltung der Felix-Burda-Stiftung in Dresden vor "Strohfeuer und Aktionismus". Beides erhöhe zum Beispiel nur kurzzeitig die Akzeptanz von Screenings.

Die Felix-Burda-Stiftung wirbt seit 2002 im "Darmkrebsmonat März" dafür, eine Darmspiegelung machen zu lassen, um eine eventuelle Krebserkrankung frühzeitig zu erkennen. Bislang nutzt nur jeder fünfte Berechtigte seinen Anspruch auf dieses Vorsorgeangebot.

Albrecht glaubt nicht, dass die mangelnde Teilnahme auf ein schlechtes Versorgungsangebot zurückzuführen ist. Probleme gebe es eher bei der ärztlichen Versorgung, wenn tatsächlich eine Erkrankung festgestellt wird. In manchen Regionen Sachsens fehle es an der notwendigen Infrastruktur. In Görlitz beispielsweise gibt es nur einen einzigen zertifizierten Gastroenterologen für das gesamte Einzugsgebiet. Die Carus Consilium Sachsen GmbH (CCS), eine Ausgründung der Uniklinik Dresden, könne dagegen das notwendige Angebot vorhalten und evaluieren, weil Krebserkrankungen einer der Arbeitsschwerpunkte ist.

Das CCS-Netz für Ostsachsen befindet sich im Aufbau. "Wir werden in unterversorgten Regionen Kapazitäten und Sprechstunden vor Ort anbieten", kündigte Albrecht an. Das Dresdner Krankenhaus selbst darf keine Vorsorgekoloskopie vornehmen, die Ärzte des zur Klinik gehörenden Medizinischen Versorgungszentrums aber schon.

Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) will die Darmkrebsvorsorge in den Mittelpunkt städtischer Gesundheitsziele rücken und kündigte ein Konzept für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung an. Orosz war bis Juli 2008 sächsische Gesundheitsministerin. Burda-Stiftungsvorstand Dr. Christa Maar warb in Dresden erneut dafür, die Anspruchsberechtigten persönlich einzuladen, ähnlich wie beim Mammografiescreening.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »