Ärzte Zeitung, 22.03.2012

Optimale Darmkrebs-Therapie in zertifizierten Zentren

Zertifizierte Zentren - optimale Therapie

Es gibt Belege dafür, dass Darmkrebs-Patienten in Zentren besser versorgt werden als andernorts.

LUDWIGSHAFEN (bd). Nur etwa jeder vierte Darmkrebspatient wird in einem zertifizierten Darmkrebszentrum behandelt.

Das sagte Professor Stefan Benz aus Nagold, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft deutscher DKG-zertifizierter Darmkrebszentren (ADDZ) kürzlich bei einer Veranstaltung der Stiftung Lebensblicke in Ludwigshafen.

Patienten in zertifizierten Zentren würden häufiger nach den neuesten wissenschaftlichen Standards behandelt als außerhalb. Dies habe eine erste Analyse der Behandlungsergebnisse von Darmkrebspatienten, die von klinischen Krebsregistern vorgenommen wurde, gezeigt.

Danach erhielten eine in den Leitlinien empfohlene adjuvante Chemotherapie in den Zentren fast drei Viertel der Darmkrebspatienten im Vergleich zu 61 Prozent in nicht zertifizierten Zentren.

223 zertifizierte Darmkrebszentren in Deutschland

Große Unterschiede zeigten sich auch bei einem der wichtigsten Parameter für den Behandlungserfolg: der kompletten Tumorentfernung. Diese wurde in zertifizierten Kliniken zu 94 Prozent dokumentiert, außerhalb war dies nur in 80 Prozent der Fall.

Damit sei zwar noch nicht bewiesen, dass Patienten, die in einem zertifizierten Zentrum behandelt würden, eine bessere Heilungsrate und ein längeres Überleben aufwiesen, so Benz. Doch könne davon ausgegangen werden, dass sie dort häufiger nach derzeitigem Wissensstand optimal behandelt würden.

Benz zufolge gibt es in Deutschland 223 zertifizierte Darmkrebszentren. Außer der Berücksichtigung psychosozialer Faktoren sind in den Zertifizierungsvorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft die Verpflichtung zur Therapie nach neuesten wissenschaftlichen Standards und interdisziplinärer Zusammenarbeit enthalten.

Zuweisende Ärzte sollten Benz zufolge stärker dafür sensibilisiert werden, ihre Patienten in ein solches Zentrum zu überweisen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »