Ärzte Zeitung, 03.11.2009

Überzucker durch Antipsychotika

NEU-ISENBURG (eb). Antipsychotika beeinflussen den Blutzuckerspiegel. Neue Studiendaten belegen, dass vor allem bei älteren Patienten mit Diabetes Vorsicht geboten ist. So wurden in einer Studie antipsychotisch behandelte Diabetiker (im Mittel 66 Jahre alt) in drei Gruppen ein bis fünf Jahre beobachtet: Die erste Gruppe erhielt eine Insulin-Therapie, die zweite orale Antidiabetika und die dritte Gruppe keine Diabetes-Therapie (Arch Intern Med 169, 2009, 1282).

Ergebnis: 1515 von 13 817 Patienten mussten wegen einer Hyper-glykämie stationär behandelt werden. In allen drei Gruppen hatten Patienten, die aktuell mit Antipsychotika behandelt wurden, ein signifikant höheres Risiko für eine Hyperglykämie. Das Risiko für einen Überzucker war dabei unabhängig vom Typ des Antipsychotikums.

In der Gruppe der mit Antipsychotika behandelten Patienten, die keine Diabetes-Therapie erhielten, waren Hyperglykämien fast dreimal so häufig wie bei Patienten ohne antipsychotische Therapie. In den beiden anderen Gruppen war das Risiko um etwa 40 Prozent erhöht.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »