Samstag, 23. August 2014
Ärzte Zeitung, 08.06.2011

Karottensuppe nach Moro könnte auch EHEC lahmlegen

MÜNCHEN/KÖSSEN (wst). Die Karottensuppe nach Moro könnte auch EHEC-Patienten helfen - davon ist Professor Josef Peter Guggenbichler überzeugt, seit 2009 Emeritus der Universitätskinderklinik Erlangen.

Karottensuppe nach Moro könnte auch EHEC lahmlegen

Mit Karotten gegen EHEC: Die Moro'schen Karottensuppe könnte EHEC-Patienten helfen, glaubt Professor Josef Peter Guggenbichler.

© shutterstock

Das Rezept hat der Ordinarius der Heidelberger Kinderklinik Professor Ernst Moro 1908 nach Hausmitteln kreiert. Damit sanken bei Kindern die Sterbe- und Komplikationsraten infolge Durchfallerkrankungen drastisch.

Die Zubereitung gehörte lange zum Standard auf pädiatrischen Stationen, verlor dann aber durch Antibiotika und Antidiarrhoika an Bedeutung. Googelt man heute nach Moro'scher Karottensuppe, wird sie vor allem in Abhandlungen und Foren der Tiermedizin gewürdigt.

Nach Angaben von Guggenbichler, der sich seit Jahren für die antibiotikasparende Renaissance der Suppe einsetzt, ist die Wirkung durch Studien und In-vitro-Tests belegt.

Beim Kochen entstehen Oligogalakturonide

Eine Arbeitsgruppe um Guggenbichler und den Wiener Pharmakologen Professor Johann Jurenitsch hat den Wirkmechanismus aufgeklärt: Beim Kochen entstehen saure Oligogalakturonide, die den Rezeptoren des Darmepithels ähneln und an pathogene Darmkeime andocken.

Sie fungieren wie Analoga, die die Rezeptoren der Keime blockieren und so deren Adhäsion an die Darmwand verhindern. Folglich werden die Erreger ausgeschieden, so Guggenbichler auf Anfrage der "Ärzte Zeitung".

Auch EHEC-Patienten könnten profitieren, wenn sie die Moro'sche Karottensuppe gleich beim Beginn blutiger Durchfälle mehrmals täglich über einige Tage einnehmen würden.

Und so wird die Suppe zubereitet: 500 g geschälte Karotten in einem Liter Wasser eine Stunde kochen, dann durch ein Sieb drücken oder im Mixer pürieren, mit gekochtem Wasser wieder auf einen Liter auffüllen und drei Gramm Kochsalz zugeben.

Lesen Sie alle Berichte und Hintergründe in unserem Special zur EHEC-Welle.

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[10.06.2011, 09:50:51]
Dr. Joachim Malinowski 
Super, endlich kommt doch wieder altbewährtes Wissen ins Netz.
Die Pharmaindustrie hat über Jahrzehnte gute Arbeit geleistet, aber wohl auch dafür gesorgt, dass altbewährtes Wissen verloren ging bzw. abgewertet wurde. Nun wirken viele klassische Medikamente nicht mehr. Und da heißt es dann schnell ein Lösung zu finden.

Insofern hoffe ich, dass immer mehr Menschen den Mut finden, ihr altbewährtes Wissen (z.B. als "Mediapedia") ins Netz zu stellen, vielleicht auch sogar googelmäßig vernünftig zu strukturieren, falls es das nicht schon gibt.

Wer kann mir dazu Infos geben?

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[09.06.2011, 12:59:18]
Wolf R. Dammrich 
nicht-antibiotische Therapie von EHEC und Konsorten...
Angesichts der rapiden Ausbreitung von EHEC und der Antibiotikaresistenz des Erregers nimmt es Wunder, dass zwar die Hilflosigkeit der Medizin, die mangelnde Koordination staatlicher Stellen, die mikrobiologischen Besonderheiten des Erregers, gepaart mit fragwürdigen Verzehr- (oder eben: Nicht-Verzehr-)Empfehlungen gebetsmühlenartig die Massenmedien füllen, die klassischen Therapie-Strategien diarrhoischer Erkrankungen hingegen keinerlei Erwähnung finden.
Zumindest ansatzweise zu erwarten gewesen wären Hinweise auf Karottensuppe nach Moro, Verabreichung von Aktiv- oder Kaffeekohle, Apfelpektin sowie evtl. kolloidalem Silber. Sämtlich Medikationen, denen - unabhängig vom Antibiogramm - eine deutliche antidiarrhoische Wirkung zugebilligt werden muss. zum Beitrag »
[09.06.2011, 12:22:55]
Dr. Elisabeth Rowe 
Karottensuppe? - Ja, daran kann ich mich erinnern.
Und ich habe mich kaum getraut zu erzählen, wie Durchfall bei uns in der Familie immer behandelt wurde.
Apfel schälen und reiben (Glasreibe). Die Wirkung soll sein wie ein Pfropf, der sich durch den Darm schiebt und alles mit nimmt, was da nicht hingehört.
Solch einfache Tipps traut man sich in der heutigen Zeit kaum auszusprechen.
Die Pharma-Industrie wird nicht begeistert sein.
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