Nach EHEC: Rückenwind für Nierenärzte

BERLIN (sun). Ohne die Nierenspezialisten hätte Deutschland die EHEC-Krise nicht überstanden - sagen die Nephrologen. "Künftig muss sichergestellt werden, dass es genügend Nephrologen - in der Fläche - gibt", fordern sie.

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Krankenschwestern betreuen auf der Intensivstation des UKSH-Lübeck einen EHEC-Patienten.

Krankenschwestern betreuen auf der Intensivstation des UKSH-Lübeck einen EHEC-Patienten.

© Scholz / dpa

Die schwarz-gelbe Koalition müsse entsprechende Konsequenzen aus der EHEC-Krise ziehen, fordert der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN), Professor Reinhard Brunkhorst. "Auch kleinere Krankenhäuser müssen mit Spezialisten ausgestattet werden", sagte er auf der 3. Jahrestagung der Nephrologen in Berlin.

Die EHEC-Epidemie habe gezeigt, wie wichtig es sei, solche spezialisierten Fachabteilungen für Notsituationen vorzuhalten - viele Krankenhäuser scheuten jedoch die Kosten.

SPD-Politiker Karl Lauterbach sprang den Nierenärzten zur Seite: "Wir haben bei der EHEC-Krise Glück gehabt, dass sie dort ausgebrochen ist, wo wir eine gute Versorgung haben." Im Osten Deutschlands oder in der Fläche in Bayern hätte die Situation viel dramatischer enden können, so Lauterbach.

Besonders bei der Weiterbildung der Nephrologen gebe es immer mehr "weiße Flecken auf der Landkarte". Dabei seien die Spezialisten noch "viel wichtiger als das Meldeverfahren". Doch auch daran ließ er kein gutes Haar: "Die Ursache für die Epidemie wurde gefunden, trotz des nicht so guten Meldesystems."

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) konterte: Die Koalition habe bereits reagiert und wolle die Meldefristen bei Infektionskrankheiten deutlich verkürzen. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde bereits Ende August im Bundeskabinett beschlossen.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund: Aus dem Dornröschenschlaf geweckt: Die Seuchen-Meldung vor dem Umbruch

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