Ärzte Zeitung Extra, 18.07.2008

Die Versorgung

Risikofaktoren zu selten gesenkt

PAVK-Patienten sind nicht nur in der Praxis oft nicht diagnostiziert, sondern es gibt auch eine erhebliche Unterversorgung.

Welches Ausmaß diese Unterversorgung hat, belegen die Zwei-Jahres-Ergebnisse des REACH (Reduction of Atherothrombosis for Continued Health)-Registers. Bislang wurden weltweit mehr als 68 000 Patienten - etwa ein Zehntel davon aus Deutschland - mit klinisch manifester Atherosklerose oder dazu prädestinierenden Risikofaktoren erfasst. Die Patienten waren durchschnittlich 68,5 Jahre alt. Zwölf Prozent von ihnen hatten eine PAVK.

Generell gab es erhebliche Defizite in der Sekundärprävention. Am deutlichsten ausgeprägt waren diese Defizite bei den Patienten, bei denen nur eine PAVK dokumentiert war. Bei 46 Prozent von ihnen, also bei fast der Hälfte, war keiner der vier wesentlichen Risikofaktoren leitliniengerecht eingestellt (Blutdruck unter 140/90 mmHg, Nüchternblutzucker unter 126 mg/dl, Gesamtcholesterin unter 200mg und Nichtraucher seit mindestens einem Jahr).

Die Prognose war schlecht: 18 Prozent hatten innerhalb eines Jahres einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder ein anderes ischämiebedingtes Ereignis. (ug)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »