Ärzte Zeitung online, 03.07.2012

Qualmfreie Lokale erwünscht

Zigarettenqualm zum Bier in der Kneipe wollen immer weniger Deutsche. Selbst viele Raucher sprechen sich in einer Umfrage für rauchfreie Lokale aus. Dem DKFZ geht der Nichtraucherschutz trotzdem nicht weit genug.

BREMEN (dpa). Das Rauchverbot in Gaststätten kommt bei einem Großteil der Deutschen gut an - auch unter den Rauchern steigt die Zahl der Befürworter.

Mehr als die Hälfte spricht sich in einer repräsentativen Umfrage des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) für qualmfreie Lokale aus. 2007 seien es noch 30 Prozent gewesen, sagte die Leiterin der Stelle für Krebsprävention, Dr. Martina Pötschke-Langer, am Montag in Bremen.

In der vom DKFZ in Auftrag gegebenen Befragung unter 2000 Bürgern über 16 Jahren bewerteten mehr als 77 Prozent rauchfreie Gaststätten als positiv.

Pötschke-Langer sieht bei den Nichtraucherschutzgesetzen jedoch noch Nachbesserungsbedarf - vor allem in Bremen, wo die derzeitige Regelung zum Ende des Jahres ausläuft.

Für eine Studie hatte das DKFZ knapp 400 Gaststätten in der Bremer Innenstadt unter die Lupe genommen. 43 Prozent waren Raucherlokale oder hatten einen abgetrennten Raucherraum.

Spitze bei den Raucherlokalen

Bei den rund 100 untersuchten Kneipen und Bars waren es sogar 94 Prozent. Zugleich stellten die Heidelberger Experten zahlreiche Mängel beim Nichtraucherschutz fest.

Bei jedem dritten Raucherlokal sei die Fläche größer als die zulässigen 75 Quadratmeter gewesen, sagte Pötschke-Langer. Außerdem hätten Hinweisschilder an der Tür und Altersbeschränkungen für unter 18-Jährige gefehlt.

In Gaststätten mit Raucherraum habe in mehr als der Hälfte der Fälle die Tür zum Hauptraum offen gestanden, oder es habe gar keine gegeben.

Das Forschungszentrum stellte zudem den Vergleich in den Raum, wonach Bremen im Vergleich von zwölf Landeshauptstädten den Spitzenplatz bei der Zahl der Raucherlokale und Raucherräume belegt.

Absolute Zahlen zu den untersuchten Gaststätten in München, Berlin oder Hamburg konnte es aber nicht nennen.

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