Frühe Hitzewallungen

Endothelfunktion geschädigt?

Häufige Hitzewallungen bei relativ jungen Frauen beeinträchtigen offenbar nicht nur die Lebensqualität. Sie könnten zudem ein Indikator für ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko sein.

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PITTSBURGH. Eine Verbindung zwischen (peri-)menopausalen Hitzewallungen und einer schlechteren Endothelfunktion wurde schon in früheren Studien gesehen. Die Untersuchungen haben allerdings Schwächen, unter anderem weil die Häufigkeit von Hitzewallungen subjektiv und rückblickend ermittelt wurde oder weil andere kardiovaskuläre Risikofaktoren, beispielsweise der sinkende Östradiolspiegel, nicht berücksichtigt wurden.

Ärzte der Universitäten Pittsburgh und Bern haben daher eine weitere Studie zum Thema aufgelegt, in der diese Fehler vermieden wurden. Den Ergebnissen zufolge sind häufige Hitzewallungen vor allem bei jüngeren Frauen ein kardiovaskulärer Risikoindikator: Die Betroffenen hatten eine signifikant schlechtere Endothelfunktion als Gleichaltrige ohne diese Beschwerden (Menopause 2017, online 10. April).

Die 272 Studienteilnehmerinnen im Alter zwischen 40 und 60 Jahren waren Nichtraucherinnen und hatten keine kardiovaskulären Erkrankungen; jeweils die Hälfte hatte tägliche beziehungsweise keine Hitzewallungen. Die Hitzewallungen wurden sowohl in Tagebüchern dokumentiert als auch mit einem tragbaren Monitor über die Leitfähigkeit der Haut im Sternumbereich gemessen. Zur Quantifizierung der Endotheldysfunktion diente die flussabhängige Dilatation (FAD) der A. brachialis.

Insgesamt gab es bei Frauen mit und ohne Hitze-"Flashes" keine Unterschiede bezüglich der FAD. Lediglich in der Altersgruppe von 40 bis 53 war die FAD bei den betroffenen Frauen signifikant niedriger als bei den beschwerdefreien, sie bewegte sich auf dem gleichen Niveau wie in der Gesamtgruppe der 56- bis 60-Jährigen. Dabei fiel die FAD umso schlechter aus, je häufiger messbare Wallungen auftraten.

Der Zusammenhang konnte weder durch sinkende Östradiolspiegel noch durch andere kardiovaskuläre Risikofaktoren erklärt werden. Die Varianz in der FAD ließ sich sogar zu einem größeren Anteil auf die Hitzewallungen als auf einen der anderen Risikofaktoren zurückführen.

Im Gegensatz dazu erlaubten die Angaben der Studienteilnehmerinnen zur Häufigkeit der "Flashes", zu ihrem Schweregrad und zur damit verbundenen Belastung keine Rückschlüsse auf die Endothelfunktion.

"Eine Verschlechterung der Endothelfunktion ist ein Initialereignis bei der Atheroskleroseentstehung", erinnern die Studienautoren um Rebecca Thurston (Pittsburgh). Häufige Hitzewallungen bei Frauen in ihren 40ern oder frühen 50ern könnten daher "das Entstehen einer vaskulären Dysfunktion anzeigen". (bs)

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