Ärzte Zeitung, 13.05.2009

Diagnostische Sensitivität der 24-h-pH-Metrie wird häufig überschätzt

Die pH-Metrie ist eine Option zur Diagnostik bei Kranken mit Refluxbeschwerden, denen die PPI-Therapie keine Linderung gebracht hat.

Die diagnostische Sensitivität der 24-Stunden-pH-Metrie werde oft überschätzt, heißt es in der Leitlinie "Gastroösophageale Refluxkrankheit". So müsse sowohl bei bis zu einem Viertel der Patienten mit einer Refluxösophagitis als auch bei einem Drittel der Patienten mit nichterosiver Refluxerkrankung mit quantitativ normalen Werten gerechnet werden. Denn die Von-Tag-zu-Tag-Variation von Reflux sei so groß, dass es auch bei eindeutiger Refluxkrankheit Tage mit normalen Refluxwerten gebe.

Jeder dritte Patient mit NERD hat normale Werte.

Die 24-Stunden-pH-Metrie könne angewandt werden, um bei Persistenz von Refluxbeschwerden unter adäquater (PPI)-Medikation eine ungenügende Säureblockade von einer inkorrekten NERD-Diagnose zu differenzieren. Die Leitlinien-Autoren weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass hierbei manchmal nur eine scheinbare Therapieresistenz besteht. Denn eine oft mit der Refluxerkrankung assoziierte Verzögerung der Magenentleerung könne zu einer ungenügenden Wirkstofffreisetzung und damit zu einer fehlenden Säuresuppression führen. In diesen Fällen könne eine bipolare Säuremessung (Ösophagus und Magen) hilfreich sein. Eine 24-Stunden-pH-Metrie kann aber auch zur Klärung von Refluxsymptomen sinnvoll sein, die nach Antireflux-Chirurgie erneut auftreten. Nicht geeignet ist sie aber - im Gegensatz zur Endoskopie -, um die Diagnose einer Refluxösophagitis zu stellen oder sie zu bestätigen.

Diagnose und Akuttherapie bei Refluxerkrankungen würden durch die Ergebnisse der Säuremessung nur bei 5 bis 25 Prozent der Patienten beeinflusst, und zwar bei manchen Patienten mit negativem Endoskopie-Befund und atypischen und/ oder therapierefraktären Symptomen. Eine auf das Ergebnis der pH-Metrie zurückzuführende Änderung der Medikation führe nur bei wenigen Patienten zu einer Minderung der Symptome und werde häufig nicht über einen längeren Zeitraum beibehalten, berichten die Leitlinien-Autoren. (mal)

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