Ärzte Zeitung, 08.07.2009

Probiotikum mit E. coli stabilisiert Darmfunktion

Probiotika reduzieren bei Patienten mit Reizdarm-Syndrom typische Symptome wie Bauchschmerzen, Diarrhoe oder Verstopfung.

Von Christina Ott

In einer jüngst publizierten Studie wurde eine probiotische E.-coli-Präparation bei Patienten mit Reizdarm- Syndrom (IBS) getestet. An der doppelblinden Studie nahmen 298 Patienten teil. Sie erhielten randomisiert für acht Wochen entweder das Probiotikum Symbioflor®-2 (n = 148) oder Placebo (n = 150): und zwar in der ersten Woche dreimal täglich 10 Tropfen und in den Wochen zwei bis acht dreimal täglich 20 Tropfen. Ein Milliliter der Suspension, also 14 Tropfen, enthält 1,5 bis 4,5 x 10

7

Zellen und Autolysat von E.-coli-Bakterien.

Die Patienten suchten einmal pro Woche ihren Hausarzt auf, der das Vorhandensein zentraler IBS-Symptome wie Bauchschmerzen, Diarrhoe oder Verstopfung überprüfte. Veränderungen im abdominellen Schmerzscore (APS) und im allgemeinen Symptomscore (GSS) waren die primären Endpunkte der Studie. Als Responder wurden diejenigen gewertet, die zu mindestens zwei Kontrollterminen keine Symptome mehr aufwiesen.

Die Ergebnisse: Im Hinblick auf den GSS betrug die Response-Rate 18,2 Prozent (27 / 148) für das Medikament und 4,67 Prozent (7 / 150) für Placebo (p = 0,0004). Die entsprechenden Effekte für den APS betrugen 18,9 Prozent (28 / 148) für das Probiotikum und 6,67 Prozent (10 / 150) für Placebo (p = 0,002).

Ab dem 3. Besuch kam es mit dem Probiotikum und mit Placebo zu einer Besserung der Symptome. Ab dem 7. Besuch stagnierte die Besserung unter Placebo, während sich die Symptome unter der Medikation weiter deutlich verringerten.

Durch die Therapie kann eine Stabilisierung der Darmfunktion und eine dauerhafte Stärkung des Schleimhaut-assoziierten Immunsystems erreicht werden.

Z Gastroenterol 47, 2009, 209

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »