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Preis für Dickdarmwand aus der Petrischale

SAARBRÜCKEN (eb). Wissenschaftler aus dem Saarland haben einen Forschungspreis für die Entwicklung tierversuchsfreier Methoden zur Untersuchung von Darmentzündungen erhalten.

Veröffentlicht:

Professor Claus-Michael Lehr, Dr. Eva-Maria Collnot und Fransisca Leonard vom Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) und der Universität des Saarlandes haben die hauchdünne Dickdarmwand im Zellkultur-Modell nachgebaut, wie es in einer Pressemitteilung des Instituts heißt.

Das Modell ermöglicht es, die Prozesse bei Darmerkrankungen besser zu verstehen und dabei die Wirkung von entzündungshemmenden Medikamenten direkt an menschlichem Gewebe zu untersuchen.

Das Besondere am gezüchteten Kunstdarm ist die Kombination aus Schleimhaut-Zellen, die den gesunden Darm simulieren, mit menschlichen Immunzellen und entzündungsstimulierenden Stoffen.

Tierversuche können entfallen

So können die Forscher kontrolliert entzündliche Vorgänge im Darmmodell auslösen und neue Wirkstoffe parallel an gleichartigen Proben testen. Dabei können sie auch direkt verfolgen, was in den Zellen passiert.

Da es sich um menschliche Zellen handelt, entfallen die bei den sonst hierzu verwendeten Tiermodellen die problematischen Speziesunterschiede.

Der Tierschutz-Forschungspreis des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz "zur Förderung methodischer Arbeiten mit dem Ziel der Einschränkung und des Ersatzes von Tierversuchen" ist mit 15.000 Euro dotiert.

Per Gesetz müssen neue Wirkstoffe zunächst an Tieren getestet werden, bevor sie bei Menschen geprüft werden. Gleiches gilt für neue Therapie- und Diagnoseverfahren.

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