Kooperation statt Konkurrenz mit Polen ist gefragt

ROSTOCK (di). Deutschland und Polen sollten im Gesundheitswesen stärker kooperieren. Die Versorgung könnte davon nach Überzeugung von Experten stärker profitieren als von reinem Wettbewerb.

Veröffentlicht:

Für eine intensivere Abstimmung im Grenzgebiet sprachen sich zum Auftakt der siebten Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft am Montag in Rostock Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering und Dr. Jacek Robak von der Botschaft des Kongresspartnerlandes Polen aus.

Robak nannte als Beispiel konkurrierende medizinische Einrichtungen im vorpommerschen Neubrandenburg und im polnischen Stettin.

"Besser wäre es, wir würden uns ergänzen", sagte Robak. Er wünscht sich mehr Interesse von deutschen Gesundheitsfirmen für sein Land - noch liegen die privaten Investitionen aus dieser Branche unter dem Durchschnitt anderer Wirtschaftszweige.

Zum Teil die gleichen Probleme

Beide Gesundheitssysteme haben mit zum Teil gleichen Problemen zu kämpfen. Eines davon ist der Fachkräftemangel. Robak berichtete von einer Diskussion in seinem Land, ob mit Steuermitteln ausgebildete polnische Ärzte in Norwegen arbeiten sollten.

Er kann sich vorstellen, dass die Nachbarländer Deutschland und Polen dem Fachkräftemangel durch zeitlich begrenzten Austausch von Personal begegnen.

Auch Patienten wandern bereits von beiden Seiten über die Grenzen. Nach Angaben Robaks haben sich vier Prozent seiner Landsleute schon einmal in Deutschland behandeln lassen, unter anderem wegen bestehender Wartelisten. Umgekehrt stünden polnische Kurkliniken bereit für deutsche Patienten: "Das ist keine Einbahnstraße."

Positives Fazit nach rund zehn Jahren

Zur siebten Auflage der Nationalen Branchenkonferenz zog Sellering ein positives Fazit nach rund einem Jahrzehnt intensiver Bemühungen seines Bundeslandes um die Gesundheitswirtschaft.

Im Nordosten arbeiten rund 100.000 Menschen in der Branche, die rund 3,8 Milliarden Euro umsetzt. In den Krisenjahren 2009 und 2010 war das Gesundheitswesen nach Angaben Klinkmanns mit einem Zuwachs von 3000 Arbeitsplätzen der am stärksten wachsende Wirtschaftszweig in Mecklenburg-Vorpommern.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

KV-Vorstandsvergütungen im Vergleich

KBV-Chef Andreas Gassen bleibt der bestbezahlte KV-Funktionär

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Digitale Integration: In der elektronischen Patientenakte sollen sämtliche Befunde, Verordnungen und Behandlungsstationen eines Patienten gespeichert werden. Den mündigen Umgang damit, müssen viele erst noch lernen.

© Andrea Gaitanides / stock.adobe.com

Datenschutz im Praxisalltag

ePA 2026: Schutzlücken bleiben – wie sie im Alltag umschifft werden können

Ein Arzt tröstet eine Patientin.

© Anastasiya / stock.adobe.com

Kollegialer Rat

Empfehlungen für das Überbringen schlechter Nachrichten