Direkt zum Inhaltsbereich

Allergie-Gefahr in jedem fünften Handy

Nickelallergien sind stark verbreitet. Forscher haben jetzt einen möglichen Grund dafür gefunden: In vielen Handys stecken noch immer Metallteile mit hohem Nickelgehalt - allerdings nur bei bestimmten Marken.

Veröffentlicht:
Beliebtes Spielzeug: Doch in jedem fünften Handy stecken potenzielle Allergene.

Beliebtes Spielzeug: Doch in jedem fünften Handy stecken potenzielle Allergene.

© photos.com

HELLERUP (mut). Schaut man sich die Testresultate der Arbeitsgruppe um Dr. Peter Jensen und seinen Mitarbeitern aus Hellerup in Dänemark an, dann könnte man meinen, die EU-Verordnung zu Nickel in Konsumartikeln aus dem Jahr 2009 sei von einigen Handyherstellern komplett ignoriert worden: Noch immer ist der Anteil Nickel freisetzender Mobiltelefone in etwa so hoch wie vor Inkrafttreten der Verordnung (Contact Dermatitis 2011; 65: 354).

Dabei sollten seit 2009 auch Handys nicht mehr als 0,5 µg des Metalls pro cm2 und Woche freisetzen. Zuvor war dieser Grenzwert schon für andere metallhaltige Produkte gültig.

Das Team um Jensen hat nun 50 zufällig ausgewählte, aktuelle Handymodelle mit dem DMG-Test auf Nickel untersucht. Dabei wird die Chemikalie Dimethylglyoxim (DMG) auf einen Wattebausch getropft, diesen reibt man dann etwa 20 Sekunden gegen den zu testenden Metallgegenstand.

Verfärbt sich der Wattebausch rosa, liegt die Nickelfreisetzung über dem Grenzwert von 0,5 µg pro cm2 und Woche. Von den 50 getesteten Modellen waren neun (18 Prozent) beim DMG-Test auffällig. Ein ähnlich hoher Anteil war in unterschiedlichen Studien auch schon vor 2009 ermittelt worden.

Hohe Spezifität, geringe Sensitivität

Die Nickel freisetzenden Modelle stammten alle von den beiden Herstellern HTC und Samsung. Nickelhaltig waren häufig die Metallverkleidung, der Metallrahmen um das Kameraobjektiv sowie diverse Tasten.

Bei den geprüften Modellen von Apple, LG, Nokia, Sony Ericsson, Blackberry und Garmin bemerkten die Ärzte keine vermehrte Freisetzung des allergenen Metalls.

Die Forscher geben zu bedenken, dass dem DMG-Test zwar eine Spezifität von 98 Prozent zugesprochen wird, aber nur eine Sensitivität von 59 Prozent - bezogen auf den Nickelgrenzwert.

Ein positives Ergebnis deutet damit recht zuverlässig auf eine erhöhte Nickelfreisetzung, ein negatives Ergebnis gilt aber nicht als Entwarnung. Der Anteil von Handys, die bedenkliche Nickelmengen freisetzen, dürfte also eher noch über den 18 Prozent liegen, die im Test ermittelt wurden.

Da in vielen Produkten der Nickelgehalt kontinuierlich zurückgegangen ist, nicht aber in Handys, halten es die Forscher zudem für möglich, dass dies ein Grund für die nach wie vor hohe Prävalenz von Nickelallergien sein könnte.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Dermatoskopie

Akrolentiginöses Melanom: Zusätzlicher Marker identifiziert

Neue Terminologie

Warum PCOS zu PMOS wurde und was das mit Diabetes zu tun hat

Hautärztliche Empfehlungen

Welche Ernährung bei Akne ratsam ist

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Entzündung

Endokarditis-Prophylaxe: Worauf achten und bei wem?

Lesetipps
Ein Fußballspieler hält sich seinen Knöchel, ein Helfer assistiert ihm.

© massimhokuto / stock.adobe.com

Orthese selten nötig

Das ist bei Sprunggelenksverletzungen zu beachten

Eine Frau sitzt auf dem Bett und hält sich eine Wärmflasche auf den Bauch.

© Halfpoint / stock.adobe.com

Schmerzen verhindern

Das sind die aktuellen medikamentösen Ansätze bei Endometriose

Im Versorgungsalltag sollten nur zertifizierte und getestete KI-Tools verwendet werden.

© Suriyo / stock.adobe.com

Künstliche Intelligenz

Ihre Schritte für den sicheren KI-Einsatz im Praxisalltag