Leitlinie empfiehlt den Test auf Mikroalbuminurie

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SAN DIEGO (kat). Üblicherweise greift der Arzt ein, wenn der Patient mit Symptomen in die Praxis kommt. Es hat sich aber gezeigt: Bei kardiovaskulären Erkrankungen ist das zu spät. Stattdessen sollte in der subklinischen Phase interveniert werden, wenn ein über Risikofaktoren zu beschreibendes epidemiologisches Phänomen in ein konkretes individuelles Risiko übergeht, so Professor Hermann Haller aus Hannover beim US-Nephrologenkongress.

Von allen derzeit verfügbaren Markern einer vaskulären Schädigung hat der Test auf eine Mikroalbuminurie einen sehr hohen prädiktiven Wert, nicht nur für das renale, auch für das kardiovaskuläre Risiko - bei gleichzeitig sehr guter Verfügbarkeit und niedrigen Kosten. Und er ist einfach zu machen. Entgegen der noch immer kursierenden Annahme muss kein 24-Stunden-Urin gesammelt werden, eine Probe des Morgenurins reicht. Eine einzelne positive Probe ist nicht aussagekräftig; es sollten innerhalb eines halben Jahres drei Tests gemacht werden, von denen zwei positiv sein müssen, um eine Mikroalbuminurie diagnostizieren zu können.

Die Messung dieses Parameters gehört gemäß den europäischen Leitlinien zu den Routinemaßnahmen, um eine subklinische Organschädigung aufzuspüren. Und sie ist eine Orientierung für den Arzt, wie intensiv er antihypertensiv behandeln muss, so Haller in San Diego. Zudem könne sie dazu beitragen, den Patienten stärker in die Therapie einzubinden, da sich daran verdeutlichen lasse, welchen Schaden der erhöhte Blutdruck bereits angerichtet hat. Haller: "Wenn ein Patient mit einem Blutdruck von 150/100 mmHg in die Praxis kommt und keine Hinweise auf eine vaskuläre Schädigung hat, muss der Blutdruck zwar behandelt werden, es besteht aber keine so hohe Dringlichkeit. Sind die Tests auf eine vaskuläre Schädigung dagegen positiv, sollte er innerhalb von sechs Monaten auf Zielwert sein."

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