Ärzte Zeitung, 05.02.2004

Filmfest mit Blindgängern und Psychodramen

400 Produktionen aus 44 Ländern: Heute beginnt die 54. Berlinale / Neue Dokumentationen in der Reihe Panorama

BERLIN (ine). Mit Beginn der 54. Internationalen Filmfestspiele in Berlin zeigen sich wieder viele Stars und Sternchen den Kameras. Die Aufmerksamkeit der Medien richtet sich vor allem auf die 23 Filme im Wettbewerb. Doch es lohnt sich, auch die kleineren Filmproduktionen anzuschauen: In diesem Jahr stehen viele Psychodramen auf dem Programm.

Große Auswahl: Über 400 Filme werden bis zum 15. Februar auf den Filmfestspielen in Berlin zu sehen sein. Foto: dpa

Wer sich für Filme interessiert, hat in Berlin die Qual der Wahl: Insgesamt werden über 400 Produktionen in den Kinos in Charlottenburg, am Bahnhof Zoo und am Alexanderplatz gezeigt. Vor allem in der Sparte Panorama und im Forum des jungen Films gibt es viele sehenswerte Spielfilme und Dokumentationen.

Psychodramen stehen dabei oft im Mittelpunkt. In dem deutschen Wettbewerbsbeitrag "Gegen die Wand" von Fatih Akin versucht beispielsweise eine junge Türkin durch Suizid den Zwängen ihrer Kultur zu entkommen. Leichtere Kost bietet der Franzose Patrice Leconte. Er zeigt mit "Confidences trop intimes" (Intimate Strangers) eine psychologische Komödie zum Thema Liebe.

In der Reihe Perspektive deutsches Kino haben Besucher die Wahl zwischen zwei Psychodramen. In "Zwischen Tag und Nacht" von Nicolai Rohde geht es um Suizid, in "Leise Krieger" setzt sich der Protagonist mit bedrückenden Kindheitserinnerungen auseinander.

Einen ganz anderen Schwerpunkt hat der Film "Die Blindgänger" des Deutschen Bernd Sahlinger, der auf dem Kinderfilmfest gezeigt wird. Sahlinger erzählt darin die Geschichte zweier blinder Teenager. Der Film wird in Audiodeskription gezeigt (Zoopalast, 14 Uhr, 7. Februar): Über Kopfhörer können sich Blinde und Sehbehinderte über die Handlung auf der Leinwand informieren.

Um Schicksale geht es in der Reihe Panorama Dokumente. Romuald Karmakar erforscht in dem Film "Land der Vernichtung" die Geschichte eines vergessenen Nazi-Konzentrationslagers im Südosten Polen. Der Film entstand als ein "Making-Before" zu Karmakars nächstem Filmprojekt. Um den KZ-Arzt Josef Mengele geht es in der Dokumentation "Papa - rua Alguem 555" von Egidio Bronica im Berlinale Special.

Wissenschaftlich wird es bei dem für sein experimentelles Filmschaffen bekannten britischen Regisseurs Peter Greenaway. Er ist mit "The Tulse Luper Suitcases" auf der Berlinale vertreten - das enzyklopädische Werk erzählt die Geschichte des Urans, der Nummer 92 im Periodensystem der Elemente.

Weitere Infos zum Programm der Filmfestspiele: www.berlinale.de

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