Ärzte Zeitung, 22.03.2004

Kinder lernen, daß das Ohr ein Wunder ist

PC-Strategiespiel warnt Schüler vor den Gefahren zu lauter Musik / Vorstellung mit Ministerin Ulla Schmidt

KÖLN (iss). Die Aufgabe ist nicht einfach: Der Sendeleiter soll den Jugend-Radiosender "Radio 108,8" auf einen Marktanteil von zehn Prozent bringen. Gut ist, wenn er dabei schnell und kostengünstig arbeitet, vor allem aber muß er eines haben: Verständnis für das Ohr und das Hören sowie alles, was gut für beide ist.

Kommt gut an: Ulla Schmidt verteilt CDs mit dem Spiel "Radio 108,8" an Jugendliche. Foto: iss

"Radio 108,8" heißt ein PC-Strategiespiel für Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren, herausgegeben von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln, der Schule des Hörens und der Initiative Hören.

Bei diesem Strategiespiel schlüpft der Spieler in die Rolle eines Sendeleiters. Unterstützung erhält er von Journalistin Anne, Wissenschaftlerin Jessica, Musikredakteur Mario und Tontechniker Jürgen. Jessica erklärt zum Beispiel, was Schallwellen im Ohr auslösen oder was es mit dem Tinnitus auf sich hat.

Das Spiel dauert etwa vier Stunden. "Es kann nur derjenige erfolgreich sein, der alle präventionsrelevanten Aufgaben gelöst hat", erläuterte BZgA-Direktorin Dr. Elisabeth Pott bei der Vorstellung des Spiels in Köln. Die Kinder und Jugendlichen sollen über das PC-Spiel erfahren, wie wichtig das Gehör ist und was sie selbst tun können, um es zu schützen.

Das Strategiespiel "Radio 108,8" ist kostenlos. Die Herausgeber stellen es auf Messen vor und machen es über Jugendmedien publik. Man gehe bewußt nicht über die Schulen, sagte Elisabeth Pott. "Wenn etwas von den Lehrern kommt, empfinden es die Jugendlichen als nicht mehr so attraktiv."

Das neue Strategiespiel biete "Prävention durch Faszination", erläuterte Professor Karl Karst, Programmdirektor des Radio-Kultursenders WDR 3 und Vorstand der Initiative Hören. Man wende sich bewußt an eine Altersgruppe, die noch nicht in laute Diskotheken gehe. "Die Teenies in der heißen Disco-Phase sind nur noch schwer zu erreichen", ist Karsts Einschätzung.

"Wir müssen dafür sorgen, daß vermeidbare Hörschäden durch gute Prävention und verbesserte Umweltbedingungen verhindert werden", betonte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, Botschafterin der Initiative Hören. Immerhin litten schon ein Viertel aller Jugendlichen unter nicht heilbaren Hörschäden.

Es sei wichtig, das Bewußtsein der Kinder dafür zu schärfen, was Lärm bei ihnen bewirkt und mit welchen Gesundheitsstörungen Lärm verbunden sein kann. "In dem Spiel können die Kinder erfahren, was für ein Wunder überhaupt ein funktionierendes Ohr ist", sagte Ulla Schmidt.

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