Ärzte Zeitung, 18.05.2004

Routenplanung bei der Operation

Jungforscher präsentieren originelle Lösungen für medizinische Problemstellungen

SAARBRÜCKEN (kud) Jugendliche Experimentierfreude als Anstoß für Innovationen in der Medizintechnik - beim diesjährigen Wettbewerb "Jugend forscht" haben mehrere Teilnehmer mit praxisnahen Ideen auf sich aufmerksam gemacht.

Bei Wolfgang Draxinger, dem Bundessieger im Fachgebiet Arbeitswelt, meldeten sich bereits Interessenten. Am Beispiel einer künstlichen Harnblase demonstrierte der 21jährige Zivildienstleistende aus München ein Navigationssystem für minimal-invasive Eingriffe.

Ein kleines Gerät erfaßt die Bewegungen des Endoskops und überträgt die Daten digitalisiert an einen Computer. Dieser gleicht die Bilder mit einem 3D-Modell ab und signalisiert dem Arzt am Bildschirm über unterschiedliche Farben, welche Organteile er bereits untersucht hat.

Schluß mit Schwitzen und Juckreiz bei Gipsverbänden verspricht die Stendaler Gymnasiastin Diana Hartz. Sie entwickelte einen netzartigen, atmungsaktiven Verband, der zudem durch die chemische Reaktion von mono- zu polymeren Verbindungen schnell aushärtet. Die 19jährige heimste dafür im Finale in Saarbrücken den dritten Preis und einen Forschungsaufenthalt in den USA ein.

Der Erstplazierte im Gebiet Biologie wurde ebenfalls nach Amerika eingeladen. Nikon Rasumov, Schüler aus Homburg an der Saar, testete anhand einer selbst entwickelten, bedeutungsfreien Kunstsprache das Kurzzeitgedächtnis seiner Mitschüler.

Mit Hilfe der Magnetresonanz-Tomographie stellte er Zusammenhänge zwischen der Aktivierung bestimmter Hirnregionen und der Gedächtnisfähigkeit auf. Nach Auffassung der Jury können auf dieser Grundlage neue, an individuelle Fähigkeiten angepaßte Lernstrategien entwickelt werden.

Niko Hübner-Kosney, Katharina Hoffmann und Arvid Heise aus Berlin und Potsdam beschäftigten sich mit "Entspannung auf Knopfdruck". Testpersonen erhielten über Kopfhörer rechts und links Töne mit unterschiedlicher Hertz-Zahl und gleichzeitig Blinksignale über eine mit LCDs bestückte Sonnenbrille.

Nach einer knappen halben Stunde an der Mind Machine fühlten sich die Probanden entspannt und konzentriert. "Eine einfache Methode, Streßsituationen zu bewältigen und die Konzentration zu steigern", so die Jury.

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