Ärzte Zeitung, 01.06.2004

Die "Maske" enthüllt, wie das so ist im Krankenhaus

Kinderzeitung der Uniklinik Düsseldorf bereits etabliert

Die zwölfjährige Lisa ist vor einem Jahr an Knochenkrebs erkrankt und weiß, wie vorsichtig sie im Umgang mit ihren Haustieren sein muß. "Tiere übertragen sehr leicht Bakterien, die für Krebspatienten sogar tödlich sein können", schreibt sie in der neuen Ausgabe der Zeitung "Maske". Deshalb dürfen ihre vier Katzen und ihr Kaninchen nicht mehr bei ihr im Zimmer leben. "Aber man muß nicht alle Regeln befolgen", sagt sie. "Man muß das selber wissen und auch manchmal ein Risiko eingehen."

Die "Maske" ist die Kinderzeitung der Universitätskinderklinik in Düsseldorf und ein Gemeinschaftsprojekt zwischen der Klinik und der Albert-Adler-Schule für Kranke.

      Viele Kinder halten durch die Zeitung Kontakt nach draußen.
   

Marie-Luise Knopp, Lehrerin an der Schule, initiierte das Projekt vor drei Jahren. Sie hatte bereits Erfahrung mit der Schülerzeitung "Klaps(e)" der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Düsseldorf. Mittlerweile ist die dritte Ausgabe der "Maske" erschienen. An ihr haben 25 Kinder aus der Klinik, ihre Eltern, sowie Erzieher und Ärzte mitgewirkt.

Für Lisa ist die Zeitungsarbeit ein Mittel, anderen mitzuteilen, "wie das so ist im Krankenhaus", erzählt sie. Neben Erfahrungsberichten der jungen Patienten kommen in der aktuellen Ausgabe der "Maske" aber auch Eltern und Ärzte zu Wort. Im Glossar werden komplizierte medizinische Fachbegriffe kindgerecht erklärt.

Ziel der "Maske" ist es, den Austausch zwischen den jungen Patienten in der Klinik und ihren Angehörigen und Freunden zu fördern. "Da wir hier überwiegend chronisch kranke Kinder haben, sind soziale Kontakte besonders wichtig", erklärt Professor Ulrich Göbel, Geschäftsführender Direktor der Kinderklinik. Außerdem stärke die Möglichkeit, selber etwas zu tun, das Selbstwertgefühl. Viele Kinder halten durch die Zeitung Kontakt zu ihren Freunden "draußen".

Mit der "Maske" soll aber auch ein Forum für betroffene Kinder geschaffen werden. Die Zeitung kann ihnen zeigen, daß sie nicht allein sind mit ihrer Krankheit. Professor Rüdiger Krauspe, Leiter der Orthopädie in Düsseldorf, sagt: "Gerade die älteren Kinder werden sehr kompetent, was ihre Krankheit angeht. So können sie auch eine große Hilfe für andere Betroffene sein."
(bts)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »