Ärzte Zeitung, 01.09.2004

Mozart soll am Tourette-Syndrom gelitten haben

LONDON (dpa). Wolfgang Amadeus Mozart (1756 bis 1791) litt einer britischen TV-Dokumentation zufolge möglicherweise an einer psychischen Störung, die mit nervösen Ticks und zwanghaftem Fluchen einhergeht.

Es handele sich um das Tourette-Syndrom, sagte der britische Komponist James McConnel, der selbst daran leidet, in der Produktion, die am 4. Oktober gezeigt wird. Belege dafür fänden sich sowohl in Mozarts Briefen als auch in seiner Musik.

McConnel verweist etwa auf die vielfach dokumentierten Zuckungen des Komponisten, auf seine "zwanghafte Beschäftigung" mit Uhren, Schuhgrößen und Apparaten sowie seine Neigung zu Wortspielen und derben Ausdrücken. "Tourette ist ein fortwährender Kampf zwischen Chaos und Kontrolle, einem Zwang und dem Versuch, ihn zu kontrollieren, und das setzt sich dann in Musik um", sagte McConnel. "Mozart ließ seine Musik in chaotische Richtungen treiben, brachte sie dann aber immer wieder unter Kontrolle."

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