Ärzte Zeitung, 12.01.2005

Fluthelfer haben langen Weg vor sich

Eine erste Bilanz der "Aktion Deutschland hilft": Der Wiederaufbau wird fünf bis sechs Jahre dauern

BERLIN (HL). Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser ist nach Einschätzung von Ärzten jetzt das wichtigste Ziel, um die Menschen in den Flutkatastrophen-Gebieten Südostasiens vor Krankheit und Tod zu bewahren.

Der Arzt Michael Seifert auf der von dem Tsunami zerstörten Insel Sri Lanka: Höchste Priorität muß die Seuchenbekämpfung jetzt haben. Foto: JUH

Zweieinhalb Wochen nach der Tsunami-Flut wird immer deutlicher, daß es Jahre dauern wird, bis die Folgen der Katastrophe bewältigt sind. Eine erste Bilanz zog gestern die "Aktion Deutschland hilft", in der sich am 26. Dezember zehn Hilfsorganisationen zusammengeschlossen haben.

70 Millionen Euro an Spenden hat allein die Aktion bislang eingenommen. Das ist nur ein Teil der Riesen-Summe, die Deutsche insgesamt für die Flut-Opfer gespendet haben, die insgesamt bei weit über 300 Millionen Euro liegt.

Ärzte und Helfer, die in den letzten zwei Wochen vor Ort waren, wie der Arzt Michael Seifert von der Johanniter-Unfallhilfe und Jürgen Arnold vom Kriseninterventionsteam des Arbeiter-Samariterbundes, sprechen von einer schier unvorstellbaren Dimension der Katastrophe - aber auch von einer ganz ungewöhnlichen Hilfsbereitschaft der Betroffenen, von denen viele selbst Familienangehörige verloren haben.

Die Herausforderungen der nächsten Wochen und Monate sind: zunächst der Wiederaufbau der Wasserversorgung als wichtigste Voraussetzung für Hygiene. Die Wiederherstellung der Infrastruktur wird wahrscheinlich Jahre erfordern. Noch völlig offen ist, wie die Menschen selbst das Trauma der Zerstörung seelisch bewältigen können. Der Arzt Michael Seifert: "Viele Menschen stehen vor einem völligen Neuanfang, weil sie nicht mehr am Meer leben können oder Fischer sein wollen."

Topics
Schlagworte
Panorama (30363)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So viel jünger und attraktiver macht Facelifting

Wer sein Gesicht straffen lässt, will in der Regel jünger und dynamischer aussehen. Das scheint tatsächlich zu klappen. mehr »

Niedrig dosiert starten und langsam erhöhen!

Die neue Gesetzeslage zur Verordnung von Cannabis auf Kassenkosten ist beim Schmerz- und Palliativtag begrüßt worden. Ärzte mit Erfahrung mit Cannabinoiden loben vor allem den Erhalt der Therapiefreiheit. mehr »

Obamacare bleibt!

Blamage für US-Präsident Donald Trump: In letzter Minute zogen die Republikaner die Abstimmung über die geplante Gesundheitsreform zurück. Gerade auch, weil die Zustimmung aus den eigenen Reihen fehlte. mehr »