Ärzte Zeitung, 18.01.2005

BUCHTIP

Investition rechnet sich doppelt

Gesundheitsförderung im Betrieb lohnt sich dreifach: für Arbeitnehmer, Arbeitgeber und die gesamte Gesellschaft. Das ist eine der Thesen eines neuen Buches zum Thema.

Zwar lasse sich der wirtschaftliche Nutzen von Gesundheitsförderungsmaßnahmen meist nicht so unmittelbar und konkret beziffern wie der Aufwand. Mehrere große Studien kämen jedoch zu dem Ergebnis, daß jeder Euro, der in betriebliche Gesundheitsförderung investiert werde, für den Betrieb mindestens doppelt wieder herauskomme, erklärt der Ökonom Professor Thomas Meuser. Der Arbeitnehmer lebe insgesamt gesünder, und habe davon einen persönlichen Nutzen. Indirekt profitiere die gesamte Gesellschaft, weil die Kosten für Krankenbehandlung und Pflege sinken, so Meuser.

Ein anderer Autor des Sammelbands, IKK-Vorstandchef Rolf Stuppardt, hält die betriebliche Gesundheitsförderung deshalb für ein lehrreiches Beispiel in Sachen Prävention. "Die betriebliche Gesundheitsförderung ist zielgerichtet, adressatenbezogen und ergebnisorientiert. In ihrer Entwicklung ist sie insgesamt beispielhaft für Prävention", sagte Stuppardt bei der Buchpräsentation in Berlin.

Auch Raimund Geene, Geschäftsführer von Gesundheit Berlin e.V., forderte Politiker und Akteure im Gesundheitswesen auf, aus den Erfahrungen mit der betrieblichen Gesundheitsförderung für andere Bereiche der Prävention zu lernen. Das Methodenprogramm der Betrieblichen Gesundheitsförderung habe sich von autoritären Aufklärungsveranstaltungen zu Ansätzen unter Einbeziehung der Teilnehmer geändert. Mitbestimmung, Struktur- und Organisationsentwicklung stünden nun im Zentrum. "Das alles ist eine gute Orientierung für das, was im Rahmen des Präventionsgesetzes geplant wird", so Geene.

Das neue Buch "Betriebliche Gesundheitsförderung" stellt neben Wirkungen und Ausgangspunkten des Gesundheitsmanagements in Unternehmen auch konkrete Beispiele vor. Ein eigenes Kapitel ist dabei der Gesundheitsberichterstattung gewidmet. (ami)

Detlef Kuhn/Dieter Sommer (Hrsg.): Betriebliche Gesundheitsförderung. Ausgangspunkte - Widerstände - Wirkungen. Gabler Wiesbaden 2004. ISBN: 3-409-12642-2.

Topics
Schlagworte
Panorama (30661)
Organisationen
IKK (846)
Personen
Rolf Stuppardt (46)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »